Sie züchten Hühner oder Ziegen, bauen Mais an oder stellen Mauersteine her - Mitglieder der Selbsthilfegruppe in der Region Arusha nutzen Kleinkredite, um dem Hunger zu entfliehen. Hilfe aus Deutschland macht das möglich.

Nambala/Böddensell l "Upendo", zu deutsch Liebe, hat sich die erste Selbsthilfegruppe in der Region Arusha genannt, die im November 2012 begann, Kleinkredite an die Mitglieder auszugeben. Grundlage dafür waren Mittel aus der Hilfsorganisation "Fri Sucode", die wiederum Hilfe aus Deutschland möglich machte. Eckard Krause aus Böddensell hat 2004 begonnen, Spenden zu sammeln, um für die Vorschule in Nambala ein neues Gebäude zu errichten, nachdem er dort eine Lehrerin und ihre Familie kennengelernt hatte.

Seither werden vor allem Waisenkinder, Familien in ärmsten Verhältnissen und Schulen in der Region in der Nähe des Kilimandscharo unterstützt. Die Spenden aus Deutschland werden über das Konto des katholischen Hilfswerks Misereor ohne Gebühren und Verwaltungskosten nach Tansania überwiesen. Dort ist die Hilfsorganisation "Fri Sucode" entstanden, in der über jeden Euro beziehungsweise jeden tansanischen Schilling exakt Buch geführt wird.

Großes Ziel der Aktion ist es, den Tansaniern dabei zu helfen, dass sie sich eine eigene Existenz aufbauen können, dass sie von ihrer Hände Arbeit leben können - Hilfe zur Selbsthilfe. Erste Erfolge zeichnen sich ab. Mit den Patenschaften für Waisen und Halbwaisen kann Schulgeld, Schulkleidung und Schulmaterial bezahlt und ein durchgängiger Schulbesuch gesichert werden. Wer gute Leistungen hat, kann auch einen Beruf lernen und Arbeit finden. Sehr arme Familien haben - bei tierärztlicher Betreuung - Ziegen erhalten, die Milch für die Ernährung und zum Verkauf sichern.

Besonders deutlich wird die Hilfe mit der Selbsthilfegruppe "Upendo". 26 Frauen und vier Männer gehören zu dieser Gruppe, die wie eine kleine Genossenschaft aufgebaut ist. Sie treffen sich in jeder Woche und regeln ihre finanziellen Vereinbarungen nach strengen Vorgaben selbst. Mit Unterstützung von "Fri Sucode" haben sie Kleinkredite vergeben können. Einige Mitglieder haben ein eigenes Geschäft aufgebaut und finanzieren damit Hühner- oder Ziegenzucht und kleine Lebensmittelläden. Sie bauen landwirtschaftliche Produkte an wie Gemüse und Mais, die sie auf dem Markt verkaufen können. Sie betreiben eine Näherei oder stellen Mauersteine her, zählt Eckard Krause auf. "Menschen, die vor zwei bis drei Jahren dazu noch nicht in der Lage waren, sind kleine Unternehmer geworden", bekräftigt er. "Zuversicht und Hoffnung sind zurückgekehrt, ihr eigenes Leben gestalten zu können und nicht mehr hungern zu müssen."

Die Kleinkredite werden in kleinen Summen mit Zinsen zurückgezahlt, aus diesen Mitteln können neue Kredite vergeben werden. "Wir sind dabei, eine zweite Selbsthilfegruppe aufzubauen", sagt Eckard Krause. Darüber hinaus gibt es mehrere andere Vorhaben. Das baulich fertiggestellte Schulgebäude, das für Ausbildung und als Dorfgemeinschaftszentrum genutzt werden soll, muss noch weiter ausgestattet werden. Für die Spende vom Weferlinger Gymnasium wurden gerade Kopierer und Rechner gekauft.

In der Sekundarschule in Kikwe, wo mehr als 20 Jugendliche lernen, die von "Fri Sucode" unterstützt werden, gibt es weder Strom noch moderne Technik. Hier soll in diesem Jahr wenigstens das Gebäude der 4. Klasse saniert werden.

Im Juni werden übrigens drei Akteure aus Nambala in Deutschland zu Besuch sein.

www.nambala-help.de

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