Ein Schülerpraktikum bietet viele Erfahrungen für die Berufswelt. So auch für die 44 Achtklässler der Calvörder Sekundarschule "Brüder Grimm". Für zwei Wochen Betriebspraktikum haben die jungen Leute ihre Klassenzimmer mit einem Arbeitsplatz getauscht.

Calvörde/Weferlingen l "Viel besser als erwartet" sei das 14-tägige Praktikum gewesen, das sie im Friseursalon in Weferlingen absolviert habe, versichert Alicja Bartke strahlend. "Ich musste nicht nur Haare wegfegen, ich durfte schon ganz viel machen", erzählt sie. Am meisten Spaß machte es natürlich, am Modellkopf Frisuren auszuprobieren. Alicja sei sehr freundlich und aufgeschlossen, habe alles schnell begriffen und habe auch Talent für den Beruf, loben die Friseurinnen ihre junge Mitarbeiterin. Alicja könnte sich daher durchaus vorstellen, einmal Friseurin zu werden. Vorher aber will sie noch in andere Berufe reinschnuppern. In der 9. Klasse gibt es nochmal ein Praktikum. "Auf alle Fälle möchte ich etwas mit Menschen machen", ist sich die 15-Jährige ganz sicher.

Insgesamt nehmen 44 Schüler der Calvörder Sekundarschule "Brüder Grimm" in einem hiesigen Betrieb, in einer Kindereinrichtung oder im Büro am Praktikum teil. Die beiden Klassenlehrerinnen, Anke Kostroch und Ines Ziemann, sind unterwegs. Sie besuchen einige Betriebe, in denen die Achtklässler praktizieren, um zu gucken, ob es Probleme gibt und ob die Praktikanten auch gut aufgehoben sind.

"Alle Schüler sind in den Betrieben, die sie nach ihren Wünschen auswählen durften, untergekommen", erklärt Anke Kostroch, Lehrerin der 8a. Die meisten der jungen Leute sind überall im Landkreis Börde verstreut. Die Vielfalt der Betriebe, die einen Praktikumsplatz anbieten, sei groß. Die Palette reicht vom Maschinenbau über die Keramikindustrie bis zur Bankfiliale. Einige Schüler haben in Schönebeck oder in Niedersachsen einen Arbeitsplatz auf Probe gefunden.

"Viele meiner Mädchen sind jetzt in den Kindertagesstätten in Calvörde, Bülstringen und Flechtingen, um den Beruf der Erzieherin kennenzulernen. Einige Jungen wollen Mechatroniker werden und helfen in umliegenden Autowerkstätten bei der Arbeit. Andere sind in metallverarbeitenden Unternehmen auf Schnupperkurs", beschreibt Anke Kostroch, die mächtig stolz auf ihre Schützlinge ist. Genauso geht es Ines Ziemann, die die Klasse 8b leitet. Sie ist aber nicht nur stolz auf ihre Schüler, sondern auch überrascht. Sie habe festgestellt, dass die Jungen, die in der Schule ganz ruhig und still sind, in ihren Praktikumsbetrieben überaus fleißig arbeiten.

"Alle Schüler haben durchgehalten. Überall wo ich war, waren die Unternehmer begeistert von dem Engagement der jungen Leute", sagt Ines Ziemann. Auch die Jugendlichen, die im Bau- und Gartenmarkt helfen und den Grundschülern in der Weferlinger Schule im Unterricht zur Seite stehen, scheinen von ihren Aufgaben begeistert zu sein.

In Helmstedt ist Moritz Mäckel in einer Textil- u. Netzwarenmanufaktur, die Haarschmuck, Kämme und ähnliche Artikel vertreibt, tätig. Obwohl er sehr viel zu tun hat, ist er begeistert von seinem Praktikumsplatz.

Nach dem Praktikum und nach den Osterferien werden die jungen Leute Berichte über ihre Erlebnisse in der Berufswelt schreiben. Mit der kommenden Jugendweihe werden sie dann den nächsten Schritt gehen und so offiziell in die Welt der Erwachsenen aufgenommen.

"Das Berufsprojekt wird in der 9. und 10. Klasse fortgeführt. Das ist eine gute Sache, denn dann haben unsere Schüler die Wirtschaftswelt der Erwachsenen kennengelernt. Im Idealfall wissen die jungen Leute dann schon, wie ihr Traumberuf in der Realität aussieht", blicken die Lehrerinnen voraus.