Zu einer besonderen Zeitreise durch die Geschichte haben die Calvörder Heimatfreunde ihre Gäste mitgenommen. Grund der dreitägigen Exkursion in die Vergangenheit ist das 20-jährige Bestehen des Vereins.

Calvörde l Im Goldenen Löwen startete bereits am Freitagabend die Geburtstagsparty zum 20. Bestehen des Heimatvereins, der 1994 unter dem Namen Förderkreis-Heimatstube gegründet wurde. Vereinsvorsitzende Christa Merker hieß ihre Heimatfreunde, die Vorsitzenden vieler anderer Calvörder Vereine, Sponsoren und Gäste zum Geschichts- und Tanzabend willkommen.

Zu den Ehrengästen gehörten Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake, sein Stellvertreter Wolfgang Lindner und Calvördes ehemaliger Bürgermeister Klaus Zimmermann, die zur Zeitreise und zum Tanzen natürlich ihre Frauen mitgebracht hatten.

Christa Merker erinnerte an die Anfangsjahre: "Der erste Vorsitzende war Eberhard Verwohlt, der die Vereinsarbeit bis 2001 leitete. Er baute den Verein auf und richtete mit vielen Helfern bis zum Mai 1994 die Heimatstube ein."

Der Zweck des Vereins war und ist auch heute noch die Planung von kulturellen und allgemeinbildenden Veranstaltungen, die Erforschung und Darstellung der Heimatgeschichte, die Förderung von Musik, bildender Kunst, Literatur und volkskünstlerischen Tätigkeiten. Wichtig ist den Heimatfreunden auch die Förderung von Arbeiten auf dem Gebiet des Natur-, Denkmal- und Umweltschutzes.

"2001 wurde Karl-Heinz Lindeke zum Vorsitzenden gewählt. Er leistete bis zu seinem Tod 2013 eine ausgezeichnete Arbeit. Er konnte viele neue Exponate beschaffen", betonte die Vorsitzende.

Obwohl die Heimatfreunde und ihre Gäste bis nach Mitternacht getanzt hatten, waren sie am Morgen zur nächsten Etappe der Zeitreise bereit. Zu Fuß ging es durch die Straßen von Calvörde. An jeder Ecke gab es zu historischen Gemäuern spannende Geschichten. Beim Spaziergang durch die Epochen war auch Sybille Hüchtebrock, geborene Vibrans, und ihr Mann Hans-Peter dabei. "Mein Großvater war Kuno Vibrans. Ich habe meinen Großvater nicht kennengelernt. Denn als mein Vater zwei Jahre alt war, ist mein Großvater bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen", erzählte Sybille Hüchtebrock. Viele Erinnerungen an Calvörde habe sie nicht, denn als junges Mädchen war sie zum letzten Mal im Ort. "Das Heimatfest ist für uns ein Anlass, auf den Spuren meiner Vorfahren zu wandeln", erklärte sie und gestand, dass sie sich sehr freut, dass nun ein Eichenholzschrank, zwei Ölbilder und Stammbäume aus dem Besitz ihrer Familie in der Heimatstube zu bewundern sind. Hüchtebrocks hatten die Erinnerungsstücke den Calvördern geschenkt und den Transport der Exponate von Osnabrück übernommen.

Bei dem Fußmarsch gab es einen Zwischenstopp in der Eiszeit, denn der junge Bäckermeister Denni Nitzschke zeigte nicht nur seine Schaubäckerei, sondern spendierte noch Eiskugeln. Ganz schnell heiß wurde den Zeitreisenden, als sie dann im Privatmuseum von Harri und Sabine Veit einen Likör bekamen. Alois Ackermann, der Vater von Sabine Veit, servierte den Gästen nicht nur das köstliche Gesöff, sondern auch historische Gegebenheiten zu den ausgestellten Exponaten. Bei der letzten Station landeten die Spurensucher in der Gegenwart, nämlich im Gewerbegebiet und in der Filiale der Volksbank. Dort gab es Sekt. Aus den ursprünglich geplanten zwei waren drei Stunden Reisezeit geworden. "Es gibt eine Fortsetzung. Bei der nächsten Tour werden wir unter anderem vom Kirchturm aus auf unser schönes Calvörde schauen", versprach Christa Merker. Sie bedankte sich bei allen, die den Heimatverein geholfen haben, bei den Sponsoren für die Unterstützung und natürlich bei den Vereinsmitgliedern, die in den vergangenen 20 Jahren eine Vielzahl von Veranstaltungen organisiert und so für ein abwechslungsreiches Vereinsleben sorgten.

Dass es genügend Nachwuchs gibt, der die Heimatliebe weiter pflegen kann, bewiesen die Kinder und Jugendlichen am Sonnabendnachmittag bei ihrem Showprogramm. Und auch am Sonntagmorgen wurde die Leidenschaft für die Heimat lebendig. Es sang die Chorgemeinschaft. Höhepunkt und Abschluss war dann die Modenschau. Es schien, als ob die Akteure in ihren Gewändern direkt aus der Vergangenheit in die Zukunft gebeamt wurden. Christa Merker zog erfreut Bilanz: "Es war ein tolles Fest. Noch nie zuvor besuchten so viele Menschen unsere Heimatstube."

 

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