Ein volles Haus gab es bei der Mitgliederversammlung der Jägerschaft Haldensleben. Rund 200 Teilnehmer kamen in der Sporthalle Süplingen zusammen, um das vergangene Jagdjahr Revue passieren zu lassen und einen neuen Vorstand zu wählen.

Süplingen l Die musikalische Eröffnung der Veranstaltung übernahmen die Jagdhornbläser Waidmannsheil aus Bebertal, die auch im weiteren Verlauf des Abends mehrfach auftraten. In seiner Begrüßungsrede ging Albrecht von Bodenhausen, der stellvertretende Vorsitzende der Jägerschaft Haldensleben, auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen ein, die das Jagdwesen unmittelbar betreffen.

So habe der Bundesverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) eine Veränderung des Jagdrechtes gefordert. Dem konnte Albrecht von Bodenhausen wenig abgewinnen: "Schaut man sich die im Positionspapier formulierten `ökologischen` und `ethischen` Kriterien genauer an, so entpuppt sich dieses Papier als reiner Etikettenschwindel unter dem Deckmantel des Naturschutzes." Völlig unverständlich sei die Forderung nach einer Verkürzung der Jagdzeiten für Schalenwild von Anfang September bis Ende Dezember. "Gerade in der Zeit des größten Wildschadens, etwa im Mais, soll die Jagd auf Wildschweine ruhen. Das geht an den Realitäten einer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft völlig vorbei", betonte Albrecht von Bodenhausen.

Darüber hinaus widmete er sich in seiner Rede auch dem Wolf und dem Luchs. So werde derzeit in "Jägerschaften mit Wolfsvorkommen je ein Jäger zur sachkundigen Person ausgebildet, der als Obmann für Wolfsmanagement für die Aufnahme und Weiterleitung von Wildrissen und Fährtenbildern zuständig sein wird". Für die Jägerschaft Haldensleben sei dies Heinrich-Uwe Heyer. "Der Erfolg dieser Maßnahme hängt in erster Linie von den Revier-inhabern ab, die den Weg zu den Obleuten finden müssen. Jeder Riss, jeder Fotofallennachweis ist von Bedeutung", betonte von Bodenhausen. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, Wolf und Luchs den bisherigen Schutzstatus zu nehmen und sie dadurch "ins Jagdrecht aufzunehmen".

Auch die deutlich gestiegenen Beiträge für die Sozialversicherung waren ein Thema. In diesem Zusammenhang wies Albrecht von Bodenhausen darauf hin, dass bereits mehrere Musterklagen auf den Weg gebracht seien.

Konkrete Wild-Abschusszahlen aus dem vergangenen Jahr wurden auf der Versammlung nicht mitgeteilt. Denn der zuständige Kreisjägermeister war verhindert, ebenso der Vorsitzende der Jägerschaft Haldensleben, Ortwin Görke. Dafür teilte Albrecht von Bodenhausen mit, dass die Jägerschaft aktuell 506 Mitglieder habe. Das Durchschnittsalter liege bei 51 Jahren.

Wichtigste Punkte des Abends waren die Wahl eines neuen Vorstandes sowie die Ehrung von langjährigen und verdienten Mitgliedern (s. Infokasten). Dabei bestätigten die anwesenden Mitglieder den bisherigen Vorstand mit großer Mehrheit. Einzige Ausnahme: Der zweite stellvertretende Vorsitzende Dieter Kählert stellte sich nicht mehr zur Wahl. Sein Nachfolger ist Udo Müller. "Damit geht eine Ära zu Ende", betonte Albrecht von Bodenhausen. "Dieter Kählert hat die Jägerschaft Haldensleben mit aufgebaut. Zum Glück bleibt er weiter Obmann der Jagdhornbläser."

Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: Ortwin Görke (Vorsitzender), Albrecht von Bodenhausen (stellvertretender Vorsitzender), Melitta Bremer (Schatzmeisterin) und Cornelia Rehfeld (Schriftführerin). Carsten Scholze wurde als Kassenprüfer wiedergewählt. Er übt dieses Amt weiterhin zusammen mit Heike Schubert und Anja Breuer aus.

 

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