Ein Verein lebt von engagierten Menschen. Der Calvörder Heimatverein hat viele Mitglieder, die sich mit Herz und Seele ihrer regionalen Geschichte widmen. Anlässlich des 20-jährigen Vereinsbestehens hat es viele Ehrungen gegeben.

Calvörde l "Sehr viele Originale und Kopien von wichtigen Dokumenten zur Calvörder Geschichte wurden zusammengetragen. Eine nicht hoch genug zu schätzende Arbeit leistete unser Chronist Rudi Fischer. Er hat in wunderbarer Handschrift insgesamt acht dicke Bücher als Ortschronik verfasst", blickte Vereinsvorsitzende Christa Merker in ihrer Festrede zurück.

Der Verein wurde 1994 unter dem Namen Förderkreis-Heimatstube gegründet. Erster Vorsitzender war Eberhard Verwohlt, der die Vereinsarbeit bis 2001 leitete. Er richtete mit vielen Helfern bis zum Mai 1994 die Heimatstube ein. Im Jahr 2001 wurde Karl-Heinz Lindeke zum Vorsitzenden gewählt. Er habe bis zu seinem Tod 2013 eine ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ihm zur Seite stand der Vorstand.

Zum 800-jährigen Bestehen von Calvörde verfasste Fischer das Buch "800 Jahre Calvörde. Eine Chronik bis 1991". Für diese Chronik wurden Fakten erkundet, gesichtet, geordnet, Ereignisse und Begebenheiten notiert und Erinnerungen vieler Mitbürger in unzähligen Aussprachen zusammengetragen. Außerdem schrieb Fischer eine Reihe von Artikeln mit historischem Inhalt zu Calvörde.

Große Anerkennung fand 2006 auch eine Broschüre "Flecken Calvörde einst und jetzt", eine Zusammenstellung von Fotoaufnahmen aus der Sammlung des Heimatvereins.

Unter dem Titel "Die Calvörder Berge und der Drömling" - Wanderungen in der Region rund um Calvörde - brachte der Verein eine Broschüre heraus. Verantwortlich für den Inhalt ist Reinhard Rücker, der sich auszugsweise auch auf Arbeiten von Gerhard Dörfer bezog, der in den Nachkriegsjahren Direktor der Schule in Calvörde war. Viele interessante Veröffentlichungen von Rücker erschienen in den Zeitungen. Er war und ist stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. "Reinhard Rücker ist immer bereit, Aufgaben zu übernehmen, ob Führungen in der Heimatstube zum Tag der offenen Tür oder Worte des Gedenkens am Volkstrauertag zu sprechen. Besonders erforschte er das Leben und Schicksal von ehemaligen Juden in Calvörde", schilderte Christa Merker.

Zu den Ausgezeichneten gehörte auch Rudi Rumler. Er entwarf das Wappen des Heimatvereins und Panoramabilder von Calvörde. Auch Helmut Bösche ist sehr hilfsbereit und hat oft Exponate transportiert.

"Ulrich Freytag fertigte nach Fotoaufnahmen von Karl-Heinz Lindeke Calvörde als Modell, stellte viele Male Bastelarbeiten und Bilder aus. Außerdem ist er mit Günter Baake immer zur Stelle, wenn es gilt, Arbeiten für den Heimatverein zu erledigen", zählte die Vorsitzende auf.

Vereinsmitglied Bernd Zimmermann organisiert Feierlichkeiten, Frühstücksessen, Versammlungen und Verkehrsschulungen.

Sieglinde Hänsel kümmert sich um alles Schriftliche. Sie trug sogar die Einladungen für die Mitglieder aus, um für den Heimatverein die Ausgaben für das Porto zu sparen. Mit Stolz verwies Christa Merker auf Autoren, die über Calvörde in Gedicht- oder Liedform geschrieben haben. Das älteste ist das Calvörder Heimatlied von Oppermann. "Es setzt uns Hunderte von Jahren zurück in die Zeit unserer Stammväter", sagte sie und las vor: "Calvörde am lieblichen Ohrestrand am Rande des Drömlings gelegen. Klein Braunschweig, mitten im Preußenland, du bringst uns so reichen Segen."

Editha Lüders schrieb 1990 das Gedicht "Mein Calvörde". Darin heißt es: "Die Mädchen unserer Heimaterde sind ihrer Schönheit wegen weit bekannt. Drum Wanderer, verweile auch du oft und gerne bei uns im vielgelobten Ohreland."

Anlässlich der Eröffnung der Heimatstube verfasste damals Rumler ein Heimatlied in Wort und Ton "Mein Heimatdorf Calvörde". Im Lied heißt es: "Wo das Brot gedeiht und Rinderherden weiden. Wo sich Fließ und Drömling scheiden, hier am Ohrestrand liegt mein schönes Heimatland."

Bodo Kretschel verfasste 1998 sein Calvörder Heimatlied, das der Chor nach der Melodie von Sierra Madre del Sur singt.

Auf der Liste der Autoren standen auch Hermann Dachenhausen und Alois Schreiber. Schreiber schenkte den Heimatfreunden Tagebuchaufzeichnungen seines Vaters Josef Schreiber, der über seine Kriegserlebnisse schrieb.

Nach dem Kulturfest 1994 zur Eröffnung der Heimatstube standen Frühjahrs-, Sommer- und Straßenfeste, Lichtbildervorträge, Autorenlesungen und der Besuch von kulturellen Veranstaltungen im Mittelpunkt der Heimatvereinsarbeit.

Seit mehreren Jahren findet immer am 3. Oktober eine Wanderung des Helmstedter Wanderkreises mit den Calvörder Wanderfreunden des Heimatvereins und interessierten Calvördern statt. Jürgen Schrader bekam lobende Worte für die Organisation der Wandertouren. Ein gutes Gelingen beim Schreiben der kleinen Chronik aus Anlass des 90-jährigen Bestehens des Reit- und Fahrvereins Calvörde im August 2014 wünschte ihm die Vorsitzende.

Viele Geschenke und neue Exponate für die Heimatstube

Anlässlich des Jubiläums erhielten die Geschichtsforscher neue interessante Exponate. So schenkte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake ein Bild von Calvörde, das Ortsschild vom Flecken Calvörde und einen Kiefernstamm, der von einem Harzer frisch bearbeitet wurde.

Bettina und Rolf Reiner Kusian, die früher als Harzer gearbeitet hatten, spendeten für die Heimatstube die Werkzeuge für die Harzgewinnung und außerdem das Ortschaftsverzeichnis des Herzogtums Braunschweig von 1896. Annelie und Klaus Mally aus Etingen schenkten Bücher und alte Dokumente. Marika Damerau aus Belsdorf stellte einen Stich von 1650 vom Flecken Calvörde als Leihgabe zur Verfügung. Christa Merker bedankte sich bei allen und im Besonderen bei den Mitgliedern, die in den vergangenen 20 Jahren für ein abwechslungsreiches und interessantes Vereinsleben sorgten.