Das Klappern der Klappermühle am Nonnenspring zieht immer wieder Spaziergänger an. Über Jahrzehnte haben sich Haldensleber um dieses kleine Mühlenrad gekümmert. Jetzt brachten es Bewohner der "Flora" wieder auf Vordermann.

Haldensleben l "Ich habe einen Hilferuf von Dieter Seifert bekommen", erzählt Ulrich Thamm, Mitarbeiter im Wohn- und Übergangsheim "Flora". Dieter Seifert hat sich jahrzehntelang um die Klappermühle am Nonnenspring gekümmert, ohne davon großes Aufsehen zu machen. "Wir waren mal Arbeitskollegen, deshalb hat er mich angerufen, denn er ist krank und kann sich nicht mehr um das Wasserrad kümmern", berichtet Ulrich Thamm weiter. Also habe er mit der Heimleitung darüber gesprochen und Unterstützung erhalten.

Mit Felix Schenk und Bernd Hellmann, zwei Bewohnern der "Flora", hat der handwerklich versierte Haldensleber dann das Vorhaben angepackt. Dieter Seifert hat sogar noch Material dazugegeben und mit Werkzeug geholfen. "Mit Hammer und Meißel mussten wir anfangen und die Mühle erstmal auseinanderbauen, denn die Schrauben waren völlig verrostet", macht Ulrich Thamm den Zustand des Mühlrades deutlich. Mit viel Mühen haben die Männer erneuert und repariert, bis das Klappern wieder erklang. Als Anerkennung hat ihnen der Wirt der benachbarten Gaststätte ein tolles Mittagessen spendiert, das hat die Männer sehr gefreut.

Die Mitarbeiter der "Flora" haben auch mit dem Eigentümer des Areals gesprochen, denn auf dem Gelände hatte sich eine ganze Menge Unrat gesammelt. Daher kam Ergotherapeut Reiko Fräßdorf auf die Idee, mit weiteren "Flora"-Bewohnern, hier im Naturschutzgebiet noch einen Aufräumeinsatz zu starten. Die Männer brachten den Zufluss für das kleine Wasserrad in Ordnung, räumten Geäst und Laub weg. Müll wurde aufgeladen und mitgenommen.

Langfristig sollte die Wasserradkonstruktion vielleicht mal grundlegend erneuert werden, meint Ulrich Thamm, Edelstahl wäre wahrscheinlich günstiger. Allerdings wurde das kleine Rad im Laufe der Jahrzehnte schon mehrfach zerstört.

"Wir würden auch gern eine Tafel dort aufstellen, auf der man nachlesen kann, wann die erste Klappermühle gebaut wurde und wer schon alles hier Hand angelegt hat", sagt Ulrich Thamm. Er bittet darum, dass sich Haldensleber, die mehr darüber wissen, doch melden, entweder in der "Flora" an der Dessauer Straße 35 oder bei der Volksstimme.

Die Volksstimme hat im Laufe der Jahre schon mehrfach über dieses Kleinod berichtet. Besonders viel wurde 2001 diskutiert, als die Mühle verschwunden war. Viele Leser hatten dazu auch angerufen oder geschrieben. So war sich Martin Horst sicher, dass verwundete Soldaten, die im zweiten Weltkrieg im Lazarett in der Nervenheilanstalt untergebracht waren, die erste kleine Mühle aus Holz gebaut hatten. Gerhard Storaczek aus Hundisburg allerdings weiß genau, dass die Mühle älter ist. Er erinnerte sich, dass er als Junge mit seinen Freunden 1938 immer vom Knick in Hundisburg zur Koppel (heute Waldweg) gezogen war. Da habe er den ersten Erbauer der Klappermühle fast jeden Tag zu seinem Bauwerk spazieren sehen. Das sei der Rentner Hilmar Schäfer aus Hundisburg gewesen, Schäfer sei Stellmacher bei Nathusius gewesen.

Martin Horst hatte sich daran erinnert, dass er 1960 mit Kollegen der Schweißerbrigade aus dem damaligen VEB Landmaschinenbau nach Feierabend eine neue Klappermühle nach Plänen von Herbert Schmidt gebaut hatte. Nach der Wende war die Klappermühle plötzlich weg. Mitte der 90er Jahre baute Walter Hauer aus Hundisburg eine neue Mühle. Als die Ende der 90er Jahre zerstört wurde, sorgte Dieter Seifert dafür, dass sich ein neues Rad drehte. Er hat sich seit 1968 immer wieder um die Klappermühle gekümmert. Weitere Hinweise zur Klappermühle sind willkommen.

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