Drei Trauben-Eichen haben die künftigen Schulanfänger der Kindertagesstätte mit dem Forstamt und mit Jagdpächtern auf der Streuobstwiese am Flechtinger Biotop gepflanzt. Anlass ist der Tag des Baumes am Freitag.

Flechtingen l Sie ist in Laubwäldern und Parks allgegenwärtig und wird doch kaum besonders wahrgenommen: die Trauben-Eiche. Mit ihrer Ernennung zum Baum des Jahres 2014 rückt sie in den Fokus der Öffentlichkeit und macht ihre großen Bedeutung für Forstwirtschaft und Wirtschaft deutlich.

Drei Trauben-Eichen haben nicht zuletzt deshalb kurz vor dem Tag des Baumes am 25. April die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Flechtingen gemeinsam mit Jagdpächtern und dem Forstamt gepflanzt. Die zwölf angehenden "Waldfüchse" kümmern sich schon seit Monaten um Natur- und Umweltbelange, wollen sie doch als zukünftige Abc-Schützen noch vor dem Schuleintritt das Zertifikat Waldfuchs erringen. Der Baum des Jahres gehört dazu, nicht zuletzt deshalb, weil Forstamtsmitarbeiter Karsten Fügner den Kindern als Pate des Projektes zur Seite steht.

"Es ist wichtig, den Kindern zu erklären, wie dringend wir unsere Umwelt brauchen", weiß der Forstfachmann. Und wer einmal selbst mit Hand angelegt hat, der überlege sich zweimal, ob er das von ihm Geschaffene wieder zerstört.

Neben Karsten Fügner und Forstamtsleiter Hubertus Hlawatsch standen den Mädchen und Jungen mit Carsten Schniebel und Horst Glase zwei Jagdpächter beim Pflanzen zur Seite. Die Pächter hatten den Kindern zuvor bereits einen Ausflug zum Haus des Waldes auf Schloss Hundisburg ermöglicht, indem sie die Fahrt dorthin finanziert hatten. Dafür gab es von den Steppkes ein Dankeschön-Plakat.

Wie wichtig der von ihnen gepflanzte Baum ist, davon erzählte Karsten Fügner im Anschluss an die Pflanzaktion. So ein Baum kann 800 bis 1000 Jahre alt werden, sagt er, was darauf schließen lässt, dass es ein ganze Weile dauert, ehe so eine Trauben-Eiche gewachsen ist. Ganze Gebäude und sogar Stadtteile sind auf ihr gegründet, erzählt Karsten Fügner. Als Beispiele nennt er die 2007 begonnene Elbphilharmonie in der Hamburger Hafen-City oder auch die Speicherstadt der Hanseaten, die auf Eichenpfählen ruht. Das wertvolle Holz wird aber auch für Möbel und Furniere genutzt.

Viele Waldtiere wie Eichhörnchen und Wildschwein profitieren von den Früchten, die traubenartig angeordnet dem Baum ihren Namen verliehen haben. Er ist von seiner Wurzel über den Stamm bis zur Krone ein wahres Tierheim, kann bis zu 400 Arten einen Lebensraum bieten. Früher wurden sogar die Schweine zur so genannten Fruchtmast zu den Trauen-Eichen im Wald getrieben. Auch als Arznei- und Heilmittel hat sich der Baum einige Bekanntheit erworben.

Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Madlen Wille und Steffi Hornack traten die Kinder mit ihrem neu erworbenen Wissen den Rückweg von der Wiese gegenüber dem Flechtinger Sportplatz zum Kindergarten an.