Seit Anfang April arbeiten Karen Simon-Malue und Matthias Simon bereits im Pfarrbezirk St. Marien. Am Ostermontag wurden sie in einem sehr gut besuchten Gottesdienst feierlich in den pfarramtlichen Dienst eingeführt.

Haldensleben l Ein herzliches Willkommen sagte Superintendent Uwe Jauch gemeinsam mit Pfarrer Robert Neumann, dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats Ulf Meyer und Judith Vater vom Gemeindekirchenrat dem neuen Pfarrerehepaar Karen Simon-Malue und Matthias Simon in einem festlichen Gottesdienst in der Kirche St. Marien. Auch Gäste aus der Partnergemeinde Jungfernkopf in Kassel waren zu diesem Tag gekommen.

Matthias Simon wurde als Pfarrer angestellt, Karen Simon-Malue übernahm eine Gemeindepädagogenstelle mit Sonderaufgaben. Der Gemeindekirchenratsvorsitzende Ulf Meyer verlas die offiziellen Übertragungsurkunden.

"Wir sind dankbar, dass Sie sich hier beworben haben", wandte sich der Superintendent an das Ehepaar und begrüßte die Theologen auch in der Dienstgemeinschaft des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt. Er sei beim Abschied in Magdeburg dabei gewesen, erzählte Uwe Jauch. "Ich hatte kurzzeitig ein schlechtes Gefühl", gab er zu, denn der Abschied in der alten Gemeinde sei sehr herzlich gewesen, da seien sogar Tränen geflossen. "Da können Sie sich freuen auf gute Mitarbeiter", habe er mehrfach zu hören bekommen. Fast habe er schon antworten wollen "Den Seinen gibt`s der Herr im Schlaf", doch das habe er dann doch unterlassen, scherzte er.

Die St.-Marien-Gemeinde habe zwar keine schnelle, aber eine gute Besetzung der Pfarrstellen erhalten, bekräftigte der Superintendent. "Eine gute Besetzung hat die Gemeinde dringend gebraucht und das hat sie auch verdient." Der Wunsch, wieder einen Pfarrer zu haben, habe sich erfüllt. "Wir sind dankbar, dass Sie hier bleiben, leben und arbeiten wollen."

Jauch sprach vom Weinberg Gottes, von der großen Herausforderung, kirchliches Leben auch mit Blick auf die demografische Entwicklung zu gestalten. Er sei sicher, dass Karen Simon-Malue und Matthias Simon auch Neues ausprobieren werden. Es wäre doch schön, wenn Leute sagen würden ,Ich lebe gern in Haldensleben und bleibe gern mit meiner Familie hier, auch weil es hier so tolle kirchliche Angebote gibt`.

"Hinterm Horizont geht`s weiter, das wissen wir nicht erst von Udo Lindenberg", setzte Matthias Simon in seiner Predigt an. Auch sie hätten über den Horizont von Magdeburg hinausgeschaut und dabei einen wunderbaren Ort, Haldensleben, entdeckt. Den Weinberg werde er noch suchen, fügte er schmunzelnd an. Man müsse sich nur auf den Weg machen.

Zum Horizont, wo Himmel und Erde zusammenstoßen, gäbe es auch eine biblische Grundlage. Und der Pfarrer führte Gelehrte von Aristoteles bis Kepler an, die das Sonnensystem erläutert hatten. Sie hätten nicht nur Befürworter gefunden. Auch Jesus sei ein Horizontüberschreiter gewesen, stellte Matthias Simon fest. Er habe über alle Grenzen hinweg gewirkt, begegnete Menschen auf Augenhöhe, ganz gleich, woher sie kamen und was sie waren. Und er scheute sich nicht, sich mit den Mächtigen anzulegen. Das habe ihm schließlich den Tod gebracht. Doch Jesus sei wieder auferstanden, nahm er Bezug zum Osterfest. Immer wieder werden Menschen durch alle Zeiten hindurch Horizonte überschreiten, versicherte der Pfarrer und forderte auf, "Hass und Feindschaft zu überwinden, dass Frieden wird. Menschen müssen Lust haben auf Erweiterung des eigenen Horizonts." Denn: "Hinterm Horizont geht`s weiter!"