Die Eichenbarleber Kinder, Eltern und Lehrer hängen in der Schwebe. Niemand kann derzeit sagen, ob insbesondere die neuen Erstklässler ab dem kommenden Schuljahr in Irxleben oder Eichenbarleben oder sonst wo beschult werden. Der Übergang vom Kindergarten zur Schule ist der wohl gravierendste Einschnitt im Kindesalter. Erzieher, Lehrer und Eltern bereiten deshalb überall ihre Abc-Schützen mit viel Engagement und Einfühlungsvermögen auf diese neue Zeit vor - um die Schwellenangst zu senken, die Ungewissheit in Grenzen zu halten und Brücken in die Schule zu bauen. Doch im Falle Eichenbarleben weiß derzeit niemand, wohin die Brücke führen wird. Die Kinder wissen nicht genau, wer ihre Klassenlehrerin wird, wie ihre Schule aussieht und welche Schul- bücher ihre Eltern bestellen sollen. Das ist eine Konsequenz des Ratsbeschlusses vom Donnerstag - trotz aller, sicher gut gemeinten Absichten des Gemeinderates für die Schaffung einer modernen und stabilen Grundschullandschaft in der Hohen Börde. Kurz vor der Kommunalwahl will kein Ratsmitglied mehr von seinen Positionen abrücken, um dem Widersacher inner- und außerhalb der Ratsrunde keine Angriffspunkte zu bieten. Da ist es doch viel angenehmer, wenn alle Ratsmitglieder "Nein" zum Land sagen. So verliert niemand sein Gesicht. Verloren haben aber die Eichenbarleber Schüler in ihrer Ungewissheit. Ungewiss bleibt auch noch lange Zeit, ob das Land jemals die Fördermittel für die neue Hermsdorfer Schule genehmigt.