Die Jugendweihe 2014 ist gestartet. Die erste Feierstunde zur Jugendweihe in der Region hat im Flechtinger Kurhaus stattgefunden. Mit der Jugendweihe haben 26 Achtklässler der Calvörder Sekundarschule und 18 Schüler des Gymnasiums Weferlingen das Erwachsenwerden gefeiert.

Flechtingen l Ein komisches Zittern in den Knien. Im Bauch kribbelt es gewaltig, und die Hände sind plötzlich eiskalt. Keine Frage: Das Lampenfieber vor und bei der Jugendweihefeierstunde ist für viele der 44 Achtklässler ein Gratis-Geschenk, auf das sie ganz gerne verzichtet hätten. "Wenn die Feierstunde erst vorbei ist, wird die Aufregung nachlassen", machen sich Justine Altrock und Tai Ruamram selbst Mut.

260 Gäste stehen von ihren Plätzen auf und verfolgen erwartungsvoll den Einzug der jungen Leute ins Flechtinger Kurhaus. "Muss nur noch kurz die Welt retten", heißt es im ersten Titel der Band der Musikschule Magdeburg. Nicht wie die jungen Leute die Welt retten, aber Ratschläge - wie sie ihre Zukunft selbst gestalten können - gibt Landtagsabgeordneter Guido Henke (Die Linke) in seiner Festansprache.

"Eure Pläne fragen nach der Zukunft unserer Welt. Die Hoffnung eurer Eltern nach dem Ende des Kalten Krieges auf Frieden und Abrüstung sind Illusion geblieben. Heute sorgt uns der Blick in die Zukunft. Neue Rüstung und neue Kriegsgefahren bestimmen die Nachrichten. Einige von euch werden bald überlegen, ob sie sich freiwillig zur Bundeswehr melden und an Auslandseinsätzen teilnehmen. Ihr sollt nicht mit eurer Jugend für das Machtgelüster anderer herhalten. Lasst euch nicht einreden, es gäbe Waffengänge, bei denen ihr - der Gerechtigkeit willen - dabei sein müsst!" Wehrdienst sei kein Abenteuer. "Falls ihr Gerechtigkeit sucht, übt sie hier. Schaut nicht weg, wenn Menschen, weil sie anders sind, verlacht oder geschlagen werden. Mischt euch ein!", fordert Henke.

Ein Leben ohne Risiko gäbe es nicht. Henke wünscht den Jugendweihlingen Erfolg, Mut, Kraft und Lust auf die weite Welt sowie Glück in der Liebe. Den Eltern möge die große Kunst gelingen, ihre Kinder ganz allmählich loslassen zu können. Stolz nehmen die Jugendlichen ihre Urkunden, Bücher und Blumen entgegen.

"Jugendweihe ist mehr als nur eine Feier", verkündet Justine Altrock. Die Jugendweihe würde ihnen die Tür auf dem Weg aus der Kindheit ins Erwachsenwerden öffnen. "Wir werden zwar morgen nicht vollständig wie Erwachsene handeln, doch immerhin sehen wir im Moment in unserer festlichen Garderobe schon mal so aus", ergänzt Tai Ruamram. Die Jugendlichen bedanken sich bei den Eltern, Großeltern und Lehrern, die den Weg zum Erwachsenwerden begleiteten. Ein Lob geht an das Team der Interessenvereinigung Jugendweihe.

"Das wäre geschafft. Jetzt kommt die Party", sagen die jungen Leute, denen die Erleichterung anzusehen ist.

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