Die Prioritätenliste der fünf Projekte aus dem Leader-Programm, für die der Landkreis Förderung zur Verfügung stellen könnte, liegt heute dem Kreisausschuss vor. Die Mittel reichen jedoch nicht ganz.

LandkreisBörde l Der Umwelt- und Wirtschaftsausschuss hat bei zwei Enthaltungen die Prioritätenliste bestätigt. Die Unterlagen würden in der Kreisverwaltung noch geprüft, erläuterte Bernd Eggeling, der für Leader im Landratsamt zuständige Regionalmanager, im Fachausschuss. Die Lokalen Aktionsgruppen hätten jedoch diesen Projekten zugestimmt. Er regte an, den vorgelegten Vorschlag der Prioritätenliste schon zu beschließen, "sonst geht zuviel Zeit ins Land".

Isolde Prost, Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt im Landratsamt, machte darauf aufmerksam, dass im Kreishaushalt für diese Förderung 155000 Euro eingeplant sind. Insgesamt sind jedoch Fördermittel in Höhe von 181500 Euro für die fünf Vorhaben beantragt. Der letzte Antragsteller könne daher nur noch anteilig gefördert werden.

Auf Platz 5 steht die Sanierung des Rathauses in Gröningen. Beantragt ist die anteilige Übernahme der Eigenmittel in Höhe von 100000 Euro für das 470100 Euro teure Vorhaben. Das Gröninger Rathaus ist ein Kulturdenkmal. Eine denkmalgerechte Sanierung soll es zu einem stadtbildprägenden und überörtlich wahrnehmbaren Gebäude machen. Das Rathaus der Verbandsgemeinde wird auch für kulturelle Zwecke genutzt.

Auf Platz 1 rangiert die Sanierung der evangelischen Kirche St. Laurentius in Seehausen. Hier sollen vier Fenster im Kirchenschiff erneuert und ein zweiter Rettungsweg eingebaut werden. Beantragt sind 47000 Euro. Das sind 50 Prozent der Projektkosten. Auch bei den Projekten von Platz 2 bis 4 wird um jeweils die Hälfte der Kosten gebeten. Das Seehäuser Vorhaben ist bereits eine Folgemaßnahme aus Förderprojekten 2012 und 2013 zur Sicherung der Bausubstanz und Verbesserung der kulturellen und religiösen Nutzung.

Breit diskutiert wurde über das Vorhaben auf Platz 2. Die Spezialitätenbrauerei Eckart aus Lindhorst plant die Anschaffung einer Hochleistungs-Brennanlage zur Herstellung von aromatischen Edel-Destillaten. 60000 Euro soll die Anlage kosten, die Hälfte hat die Brauerei als Förderung beantragt. Das Vorhaben trage zur Vernetzung mit anderen Förderprojekten im ländlichen Raum bei, wird begründet.

Was eine Brennanlage mit Tourismusförderung, Streuobstprojekt und Straße alter Obstsorten zu tun habe, fragte Frank Senkel (Die Grünen). Das Förderprogramm Leader sei ursprünglich nicht nur für Radwegebau und Kirchensanierung angelegt worden, hielt Torsten Schubert (CDU) dagegen. Eigentlich sollte das Förderprogramm vor allem private Investoren unterstützen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Leider sei es aber sehr schwer, überhaupt private Investoren zu finden. Danny Schonschek, Leiter Fachdienst Wirtschaft im Landratsamt, verwies darauf, dass die Brauerei ein zuverlässiger Partner des Landkreises auf der Grünen Woche sei, dass sie auch Seminare anbiete, auch mit Übernachtung, so dass auch Menschen in die Region geholt werden. Allein könne die Brauerei das nicht stemmen, versicherte Ralf Ganzer (FDP). Hier gehe es auch um eine Aufwertung des ländlichen Raums, um ländliche Produkte, ergänzte Wolfgang Zahn (SPD).

"Wir sind hier nicht bei Leader", so Eggeling. Bei dieser Förderung gehe es um Haushaltsmittel des Landkreises für Projekte, die im EU-Rahmen nicht förderfähig sind. Der Umlaufbeschluss der Lokalen Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger Heide fehlte zur Fachausschusssitzung noch.

Nur um 500 Euro geht es bei dem Antrag der Stadt Oebisfelde-Weferlingen für ein Informationsschild zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung.

4000 Euro hat der Bürgerverein Weferlingen für ein Baugutachten beantragt. Der Verein will das Mausoleum des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth sanieren lassen, da die Kirchgemeinde dazu nicht in der Lage ist. Für eine exakte Planung ist jedoch zunächst ein Gutachten nötig. Das kulturgeschichtlich wertvolle Gebäude am Allerradweg und Grünen Band zieht schon jetzt interessierte Betrachter an.