Ein flammendes Inferno haben knapp 50 Feuerwehrleute aus 16 Wehren des Landkreises Börde erlebt. Im Rahmen einer Fortbildung probten die Männer und Frauen das richtige Vorgehen und Verhalten im Innenangriff. Dazu war der Jävenitzer Ralf Hankewitz mit seinem Brandsimulator nach Haldensleben gekommen.

Haldensleben l Schon beim Öffnen der Tür schlagen den Feuerwehrleuten an der Treppe übermannshohe Flammen entgegen. Mit dem Strahlrohr müssen sie sich den Weg freispritzen. Erst dann gelangen sie an eine schwere Metalltür. Was sie dahinter erwartet, wissen sie noch nicht. Das einzige, was sie wissen ist, dass es dahinter brennen wird.

Beim Öffnen der Tür rollt eine Flammenwelle an der Decke entlang: der sogenannte "Flashover". Rauchgas zündet dabei durch, ein gefährlicher Moment für Einsatzkräfte. Aus der Hocke heraus beginnen die Feuerwehrleute die Flammenherde zu bekämpfen. Es gilt zuerst zwei Gasflaschen soweit zu kühlen, dass sie durch die Hitze nicht explodieren. Dann geht es an die anderen Flammenherde. Immer unter den fachmännischen Blicken der Kreisausbilder des Landkreises Börde, die ihnen beim Einsatz per Funk auch noch Hinweise zum Vorgehen geben können.

Das ganze Inferno genau im Blick hat auch Ralf Hankewitz. Der Jävenitzer sitzt im Kontroll- raum seines Brandsimulators und steuert die Flammenhölle. 200 bis 250 Grad Celsius werden es im Inneren des Simulators. "Wie heiß es wird, das bestimmen die Lehrgangsteilnehmer selbst. Nämlich wie sie gegen die Flammen vorgehen", sagt Ralf Hankewitz. Läuft`s schlecht, können es bis zu 650 Grad Celsius werden. Doch soweit kommt es nicht.

Immer in Zweiertrupps samt Kreisausbilder gehen die Lehrgangsteilnehmer in den Simulator und müssen sich gut 20 Minuten darin bewähren. Danach wird ausgewertet und ein zweiter Durchgang gestartet. Insgesamt 48 Feuerwehrmänner und -frauen durchlaufen den zweitägigen Lehrgang. Aus 16 Feuerwehren des Landkreises, unter anderem aus Barleben, Kathendorf, Oebisfelde, Wolmirstedt, Colbitz, Wanzleben, Völpke und Langenweddingen kommen die Teilnehmer.

Vor einigen Tagen hat für sie zunächst die theoretische Fortbildung "Taktische Verhaltensweise im Innenangriff" auf dem Stundenplan gestanden. Wie bewege ich mich richtig im Gebäude? Wie wird die Tür korrekt geöffnet, damit niemand beispielsweise durch den Flashover verletzt wird? Und wie bediene ich das Strahlrohr zum Löschen korrekt, auch wenn ich eigentlich keine Sicht habe? Um diese Fragen ist es zunächst theoretisch gegangen. Dann wurde auch im Stationsbetrieb geübt - allerdings ohne Rauch und Flammen. Bis gestern, als der "Herr der Flammen" mit seinem Container auf den Hof des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Haldensleben rollte. Bei Ralf Hankewitz gab es die "Feuerprobe". Für einige Feuerwehrleute steht sie am heutigen Sonnabend noch an.

"Für den Lehrgang haben wir Unterstützung vom Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge bekommen", sagt Kreisausbilder Steven Kraft, der mit seinen Ausbilderkollegen für die Organisation verantwortlich war.