Ein belgische Gruppe der Vereinigung Amicale hat auf einer Deutschlandreise Station an der KZ-Gedenkstätte Beendorf gemacht. Die Frauen und Männer wandelten auf den geschichtlichen Spuren des Nationalsozialismus, der bei den Nachfahren der Lagerinsassen nicht in Vergessenheit geraten soll.

Beendorf l Heide Friedrichs, Günter Uhlmann und Claus Hansper empfingen als ehrenamtliche Betreuer der Beendorfer KZ-Gedenkstätte vor kurzem eine 17-köpfige Gruppe des belgischen Verbandes "Amicale" ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers (KZ) Neuengamme. Die Gruppe machte im Rahmen eines mehrtägigen Deutschlandaufenthaltes Station bei einigen Gedenkstätten.

Begleitet wurde die Gruppe von dem Historiker Dr. Björn Kooger, der als Dolmetscher für die flämischen und zwei französischen Gäste aus Bordeaux fungierte und sich natürlich aufgrund seiner Aufarbeitung der Geschichte des einstigen Arbeitslagers Beendorf als Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme bestens auskennt. Ihm wurde von einem belgischen Gast ein Buch überreicht, worin unter anderem zwei ehemalige Häftlinge des Beendorfer Außenlagers erwähnt werden. Der Wolfenbüttler Historiker sagte den Beendorfer Ehrenamtlichen zu, nach Übersetzung der entsprechenden Textpassagen, diese der Gedenkstätte zukommen zu lassen.

"Nach dem Besuch des in der Beendorfer Grundschule "Bernhard Becker" eingerichteten Ausstellungsraumes mit Eintrag im Gästebuch fuhr man gemeinsam zum Beendorfer Friedhof, wo die belgischen Gäste am Grabstein des Massengrabes ein Gebinde niederlegten", berichtete Claus Hansper. Ihre nächsten Stationen waren nach einer herzlichen Verabschiedung die Mahn- und Gedenkstätte "Isenschnibber Feldscheune" bei Gardelegen und die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, deren nur kurze Zeit bestandenes Konzentrations- und Auffanglager auch für viele ehemalige Beendorfer Häftlinge im Zusammenhang mit ihrer Evakuierung zu Kriegsende ein Ort des Schreckens war.

Die belgische Amicale de Neuengamme wurde als eine der ersten Organisationen Überlebender des KZ Neuengamme am 12. Oktober 1945 in Brüssel gegründet. Wie in anderen nationalen Verbänden besteht das primäre Anliegen darin, den Kontakt zwischen den ehemaligen Gefangenen aufrecht zu erhalten - beziehungsweise zwischen deren Familien. Aber auch das Ziel, den Namen "Neuengamme" in Belgien bekannt zu machen, spielte eine wesentliche Rolle. Die belgische Amicale war eine der ersten Lagergemeinschaften von Neuengamme-Häftlingen, die sich international engagierte und schon früh Fahrten nach Neuengamme durchführte. Der im Oktober 1993 gewählte heutige Präsident der belgischen Amicale, Victor Malbecq, betonte die Bedeutung dieser Fahrten, um den Nachkommen der Deportierten zu vermitteln, dass die Erinnerungsarbeit ihrer Eltern und Großeltern weitergeführt werden müsse.

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