Mit einem sogenannten Pop-Up-Café wirbt Haldensleben um Neu-Bürger. Vorgestellt wurde es im Rahmen der "Hupe". Doch nach zwei Tagen hat es schon wieder geschlossen - denn es geht landesweit auf Reisen.

Haldensleben l Die Neugier auf das neue Café an der Haldensleber Hagenstraße, die zur Eröffnung herrschte, ist mittlerweile der Enttäuschung gewichen. "Das hat ja schon wieder zu", bedauern einige Haldensleber die Schließung nach gerade einmal zwei Café-Tagen. "Dann hat der Plan ja funktioniert", freut sich Stadt-Pressesprecher Lutz Zimmermann. Natürlich nicht über die Enttäuschung der Haldensleber, sondern vielmehr darüber, dass "wir mit der Aktion eine Diskussion in der Stadt angeregt haben".

Denn das Café in einem leerstehenden ehemaligen Handyshop in der Nähe des Marktplatzes ist eine Werbekampagne im Rahmen des Wachstums-paktes "Haldensleben 2020" gewesen. "Wir wollten mit diesem Pop-Up-Café unseren Einwohnern einmal zeigen, wie offensiv sich Haldens- leben bei der Suche nach neuen Fachkräften und potenziellen Neu-Bürgern präsentiert", so Zimmermann weiter.

Die Stadtverwaltung Haldensleben hat im Jahr 2011 gemeinsam mit den fünf führenden Wirtschaftsunternehmen in der Kreisstadt den Wachstumspakt "Haldensleben 2020" ins Leben gerufen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 die Einwohnerzahl um 20 Prozent zu steigern und die Abwanderung um 20 Prozent zu reduzieren. Doch von den Aktionen, die nötig sind, um dieses Ziel zu er- reichen, bekommt der ansässige Haldensleber kaum etwas mit. Sie richten sich in erster Linie nach außen, ins Umland der Stadt.

"Wir wollen die Arbeitskräfte, die der täglichen Fahrerei nach Haldensleben überdrüssig geworden sind, in die Stadt locken. Und das Umziehen fällt leichter, wenn man weiß, was einen hier erwartet", sagt Bürgermeister Norbert Eichler zur Eröffnung des temporären Cafés in der Fußgängerzone. "Auf die Dinge, die bei einem ersten Besuch in einer neuen Stadt nicht so sehr wahrgenommen, die aber wichtig sind, um hierher zu ziehen, wollen wir in lockerer Atmosphäre hinweisen."

Willkommens-Café rollt auf Lkw durch die Länder

Deshalb soll das Pop-Up-Café - ein Name, mit dem sich Norbert Eichler nicht so sehr anfreunden mag, "doch es gibt wohl keinen anderen dafür" - auch auf Reisen gehen. "Wir wollen einen Lkw äußerlich und innerlich als rollendes Werbevehikel für den Wohn- und Wirtschaftsstandort Haldensleben ausstatten und die speziellen Vorzüge unserer Kleinstadt offensiv bewerben", sagt Lutz Zimmermann. Der 7,5-Tonner soll aber eben nicht nur als rollende Plakatwand unterwegs sein. "In größeren Orten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wollen wir eben dieses Willkommens-Café, das es jetzt auf der Hangestraße gab, aufbauen und Neu-Haldensleber sowie jene, die es vielleicht werden wollen, begrüßen und uns vorstellen - bei einer Mischung aus Informationen und Unterhaltung", erklärt der Pressesprecher. "Ob wir das Café dann immer so Eins zu Eins aufbauen werden wie jetzt zur ,Hupe` ist aber noch offen."

Er versichert aber, dass es in Haldensleben kein zusätzliches Café geben werde, das von der Stadtverwaltung betrieben wird. Allerdings will sie das Ladengeschäft an der Hagenstraße weiter nutzen. "Voraussichtlich wird die Stadt-Rezeption vom Innova- tionszentrum Althaldensleben in die Innenstadt umziehen", stellt Zimmermann die Pläne für das Objekt vor.