Die Haldensleberin Hora Burk hat lange nach einem Babysitter für ihre zweijährige Tochter gesucht. Fündig wurde sie beim Verein "Liba - Besser essen. Mehr bewegen".

Haldensleben l Die Suche nach einem passenden Babysitter kann sehr mühsam sein. Das weiß auch die selbstständige Designerin Hora Burk. Die Haldensleberin hat eine zweijährige Tochter, arbeitet aber auch öfter abends, außerhalb von Kita-Öffnungszeiten. In dieser Zeit will sie ihre Tochter gut betreut wissen. Hilfe bekommt sie seit Anfang des Jahres von der 56-jährigen Doris Hämmerling. "Das ist eine große Erleichterung für meinen Mann und mich", erzählt die Künstlerin.

Gefunden hat Burk ihren Babysitter über den Barleber Verein "Liba - Besser essen. Mehr bewegen", der im vergangenen Jahr ein Projekt zur Unterstützung von Familien auf die Beine gestellt hat. "Gemeinsam aktiv für Familien" soll laut der Vereinsvorsitzenden Evelyn Brämer unter anderem Alternativen für berufstätige Eltern bieten. "In der heutigen Zeit leben die Großeltern oft nicht mehr in der Nähe ihrer Kinder und Enkel. Damit vor allem die Mütter sich nicht zwischen Beruf oder Familie entscheiden müssen, haben wir den Babysitterpool im Landkreis Börde ins Leben gerufen", erklärt Brämer.

Zur Vorgeschichte: Der aus dem ehemaligen Modellprojekt Liba (Lokale Initiative Barleben) im Jahr 2010 entstandene Verein will als Anlaufstelle für junge Familien im gesamten Landkreis aktiv sein. Dazu verwirklicht Vorsitzende Evelyn Brämer verschiedene Projekte wie "Gemeinsam aktiv für Familien", in dessen Rahmen der Babysitterpool in der Börde aufgebaut wurde.

48 Babysitter wurden Ende des Jahres 2013 in vier Kursen an den Standorten Barleben, Oschersleben, Groß Ammensleben und Haldensleben ausgebildet. Schon bevor die Kurse überhaupt stattfanden, meldete sich Hora Burk beim Verein und bekam als eine der ersten einen Babysitter vermittelt. "Das Vertrauen war sofort da", erzählt die junge Mutter, "es machte schon einen sehr guten Eindruck, dass Frau Hämmerling diesen Kurs zuvor besucht hat."

Doris Hämmerling hat selbst auch eine Tochter groß gezogen. "Sie wohnt aber sehr weit weg. In meinem Alltag merkte ich, dass mir etwas fehlt. Und dann kam ich auf die Idee, andere Mütter zu unterstützen", erzählt Hämmerling. Anfangs sei die kleine Luna etwas skeptisch gewesen, aber mittlerweile seien die Beiden schon sehr vertraut. "Wir unternehmen ungefähr zweimal die Woche etwas, gehen spazieren, malen oder basteln", sagt die 56-Jährige.

"Unsere Angebote sollen Frauen Mut machen, die beruflich sehr eingespannt sind."

Evelyn Brämer, Liba-Vereinsvorsitzende

"Unsere Angebote sollen Frauen Mut machen, die beruflich sehr eingespannt sind und nicht auf Kinder verzichten wollen. Sie sollen wissen, dass sie gleichzeitig Karriere machen und Kinder groß ziehen können. Und dass wir ihnen dabei helfen. Mit Kind soll auch alles möglich sein", erläutert Brämer. Da laut der Vereinsvorsitzenden vor allem im ländlichen Raum der Bedarf an solch eine Randzeitbetreuung groß ist, will sie noch weitere Babysitterkurse organisieren, um diese Lücken zu füllen. "Schön ist es, wenn die Sitter dann auch aus den jeweiligen Gebieten kommen, damit die Wege nicht zu weit sind." Das große Ziel, das die Vereinsmitglieder um Evelyn Brämer vor Augen haben, ist "den Landkreis Börde für jungen Familien attraktiver zu machen."