Pläne für ein betreutes Senioren-Wohnprojekt in der früheren Schackensleber Schule (heute Olve-Zentrum) schmiedet die Gemeinde mit Planern und potenziellen Betreibern. Das Vorhaben könnte beispielgebend für andere Dörfer sein.

Schackensleben l Alten Menschen Alternativen zum Wohnen in ihrem Heimatdorf geben, das gehört zu den Herausforderungen des demografischen Wandels. "Die Menschen werden immer älter, wir wollen ihnen Bleibesperspektiven bieten, wenn das eigene Grundstück zu groß wird, die Familie weit weg ist oder sich erste Gebrechen andeuten", erklärte Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel bei einem Treffen am Schackensleber Olve-Zentrum.

Messe in der Prokonhalle war der Auslöser

Im Gegensatz zur schmucken Prokonhalle - einst Schulsporthalle, heute multifunktionaler Dorfmittelpunkt - dümpelt vis-a-vis die leer stehende Olbetal-Schule seit Jahren vor sich hin. Das Ringen um Nachnutzungskonzepte geht seit Jahren. Nun deutet sich eine Zukunft an.

"Älter werden zu Hause" war im Herbst 2013 eine Messe in der Prokonhalle überschrieben. Während der Messe hatte ein Pflegedienst ein betreutes Wohnprojekt für Senioren in der früheren Schule vorgeschlagen. Kontakte mit erfahrenen Architekten und Planungsbüros wurden geknüpft. Im Dezember hatte der Halberstädter Bauingenieur Olaf Herbst das leer stehende Olve-Zentrum vor Ort begutachtet. "Die Bausubstanz ist gut, der Anbau könnte auf eine Ebene mit dem Obergeschoss des Hauptgebäudes angeglichen werden. Damit hätten wir gleiche Höhen auf zwei Geschossen. Auch das Souterrain könnte ausgebaut und genutzt werden", erklärte Olaf Herbst.

Eine erster Entwurf liegt vor. Auf einer Ebene könnten beispielsweise elf Wohnungen und ein Gemeinschaftsraum entstehen - auf einer anderen Ebene zwei weitere Wohnungen, ein Empfangsbereich, Koch- und Essensbereich, Ruhezonen und Büro. Herbst` Planungsbüro arbeitet mit erfahrenen Architekturbüros zusammen.

Kontakt zu renommierten Experten für Altenhilfe

Kern der Nachnutzung könnte nach bisherigem Stand ein betreutes, also größtenteils selbstständiges Wohnen für ältere Menschen sein. Weitere ergänzende Nutzungen sind denkbar - medizinische Versorgung, Tagespflegeangebote und andere Hilfsangebote. Nur ein klassisches Pflegeheim soll es nicht werden.

Ortsbürgermeister Ernst Daenecke erklärte: "Es geht vor allem um attraktive Wohnangebote für ältere Menschen. Ich kenne eine ganze Reihe von Schackenslebern, die für eine solche Wohnform in Frage kommen würden. Auch in anderen Dörfern gibt es leer stehende Gebäude, für die das Olve-Zentrum Vorbild sein könnte. Wir haben ein Gebäude, wir haben Jemanden, der etwas tun will, wir haben den Bedarf und wir stehen in ständigem Kontakt zu Experten, die Erfahrung mit solchen Projekten haben."

Dazu zählt der Vorsitzende des Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Dr. Burkhard John. Er hatte während der Schackensleber Messe eine wohnortnahe Betreuung mit medizinischer Versorgung, mit Hilfsdiensten und einer altersgerechten Anpassung des Wohnraums als eine der große Herausforderungen der Zukunft bezeichnet. "Dem stellen wir uns jetzt" erklärte Bürgermeisterin Steffi Trittel.

Es ist noch offen, wer das Projekt umsetzen wird: Die Gemeinde, ein privater Investor oder ein Verbund öffentlicher und privatwirtschaftlicher Initiative. Trittel betonte: "Wir haben ein Konzept, an des- sen Umsetzung wir nun gemeinsam mit allen Beteiligten arbeiten wollen. Innovative Pro- jekte, die sich den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen, die ortsbildprägende Bausubstanz nutzen und die Lebensqualität im ländlichen Raum erhöhen, werden unserer Einschätzung nach in der nächsten EU-Förderperiode verstärkt gefördert. Dafür sind wir mit solchen Vorhaben gerüstet."