Geschichte zum Anfassen und Mitmachen und sogar zum Kosten präsentierte das Museum Haldensleben am Internationalen Museumstag -von Sütterlinschrift bis zu Maulbeermarmelade.

Haldensleben l "Hände falten, Schnabel halten, Kopf nicht drehn, mich ansehn, stille sitzen, Ohren spitzen" - so ist es auf einem Blatt Reihe für Reihe zu lesen, allerdings in Sütterlinschrift. Florian Schwarz und Pascal Bösche sitzen auf einer alten Bank im Klassenzimmer im Haldensleber Museum und sehen von ihrem Blatt gar nicht auf. Die Jungen halten einen Federhalter in der Hand und schreiben ab, was sie auf dem Vorlageblatt lesen. Immer wieder tauchen sie die Feder in das Tintenfass und schon kommen die nächsten Buchstaben dran.

Der 13-jährige Florian und der 11-jährige Pascal haben am Museumstag erstmal neugierig durchs Fenster gesehen, wurden dabei entdeckt und ins Haus geholt. Eine halbe Stunde schreiben sie nun schon wie einst ihre Vorfahren. Für Pascal ist das nicht ganz neu. Er hat das schon mal probiert. "Auf einer Klassenfahrt nach Diesdorf", erzählt der Junge, "aber heute geht es schon viel besser."

Im Zimmer nebenan zeigt Brunhilde Pristat die vor einer Woche geschlüpften Seidenraupen auf Blättern des Maulbeerbaums und erläutert die Entwicklung bis zum Seidenfaden. Hier können die Besucher sogar Maulbeermarmelade kosten. Die Marmelade stammt vom Gut Zernikow im Brandenburgischen. Der Verein Initiative Zernikow widmet sich dem Seidenbau und seiner Tradition noch ganz besonders. Susan Bernt lädt gleich daneben Kinder zum Basteln ein.

Im historischen Handwerkerhaus demonstriert Hans-Joachim Büchel, der organisatorische Leiter der Künstlergilde, mit einer eigenen Zeichnung an der Steindruckpresse, wie eine Lithographie entsteht.

Im Nachbarhaus an der Langen Straße zeigen die Mitglieder der Gruppe Realistischer Schwertkampf in historischer Ausrüstung, wie im Früh- und Hochmittelalter gekämpft wurde.

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