"Turm in Flammen" lautete das diesjährige Motto der Museumsnacht in Weferlingen. Der Bürgerverein hat diese Veranstaltung organisiert. Mit dem rundum gelungenen Abend können die Organisatoren zufrieden sein.

Weferlingen l "Wenn am Nachmittag noch sehr trübes Wetter mit Windböen die Organisatoren nichts Gutes ahnen ließen, hatte Petrus am Abend ein Einsehen und blies die "Flammen" nicht aus und löschte sie auch nicht mit Regenschauern.

Auch das DFB-Pokal- finalspiel im Fußball hielt die Besucher nicht davon ab, der Einladung des Bürgervereins zur Weferlinger Museumsnacht auf das mit Feuerkörben bestückte Gelände am Aussichtsturm "Grauer Hermann" zu folgen. Der Burginnenraum und der "Graue Hermann" waren mit Scheinwerfern stimmungsvoll beleuchtet.

Pünktlich um 20.30 Uhr nach einem rund zweistündigen Konzert mit dem "Gospeltrain Danndorf" in der St.-Lamberti-Kirche begannen Hrodgar, Lucas, René und Marcus vor der Kulisse der "Grauen Hermann" mit ihrem Schwertkampf. Der Bürgerverein hatte Mitglieder der Haldensleber Gruppe Realistischer Schwertkampf eingeladen.

Die Kämpfer zeigten und erklärten Techniken des Früh- und Hochmittelalters. "So eine Ausrüstung, die wir bei den Kämpfen tragen, kann schon mal 25 Kilogramm wiegen", versicherte Ritter Marcus, der mit Kettenhemd erschienen war. In einer "Kampfpause" stellten sie sich den Fragen der Besucher und der eine oder andere nahm auch mal ein Schwert oder einen Helm in die Hand. Ganz stolz waren die Kinder, wenn sie Schwert oder Axt anfassen durften.

Nach einer weiteren Schwertkampfrunde stellte sich die neue Weferlinger Kirschkönigin vor. "Ich heiße Celina Eichelmann, bin 16 Jahre alt und liebe Weferlingen. Darum würde ich gern die neue Kirschkönigin sein", meinte sie unter dem Applaus der Anwesenden. Gerd Müller, Museumsleiter und stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins, hatte die ehrenvolle Aufgabe, die amtierende Kirschkönigin Maria Pitterling zu verabschieden und der neuen Kirschkönigin Celina zu gratulieren.

Dann bildete sich eine lange Schlange vor dem Turm für einen besonderen Aufstieg auf den Grauen Hermann. Zehn Fackeln erhellten erstmals das Gemäuer von innen und erzeugten mittelalterliches Flair.

Im Laufe des Abends im Dämmerlicht erklommen rund 130 kleine und große Besucher die 149 Stufen, um Weferlingen einmal in der Dunkelheit aus 28 Meter Höhe zu erleben.

Viele Besucher sahen sich im Heimat- und Apothekenmuseum um, mancher Gast warf zum ersten Mal einen Blick in die Weferlinger Geschichte und war überrascht, wie vielfältig die Ausstellungen sind.

Viele Besucher waren des Lobes voll. Es war aber auch für alles gesorgt: Schmalzstullen, Grillwurst, Wein und Sekt, Bier und allerlei alkoholfreie Getränke stillten Durst und Hunger.

"Das war schon etwas ganz Besonders, den Aussichtsturm bei zunehmender Dämmerung in einem solchen stimmungsvollen Fackelschein besteigen zu können", schwärmte Heike Bernstorff. "Es war eine gelungene Premiere. Für das nächste Mal kann man sicherlich noch einiges verbessern, aber im Großen und Ganzen ist es prima gelaufen", resümierte ein zufriedener Gerd Müller zum Ende der Veranstaltung.

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