Der Bebertaler Tauf- engel schwebt wieder heil in seiner Mutterkirche. Freunde der Godeberti-Kirche holten den abgestürzten Engel aus der Magdeburger Restauratoren-Werkstatt heim.

Bebertal l Wohl behalten ist der Taufengel in die Tauf- und Radfahrkirche St. Godebert zurückgekehrt. Torsten Schmidt und Christoph Wellmann von der Kirchengemeinde sowie Heiner Pfeiffer, dessen Herz seit Jahren für die Taufkirche schlägt, hatten den Engel aus der Werkstatt der Magdeburger Restauratorin Helma Groll heimgeholt.

Sturm der Unterstützung nach Spendenaufruf

Im vergangenen September war der Engel bei Vorbereitungen zum Tag des offenen Denkmals auf den Kirchenboden gekracht. Die Taufschale und die Hände des Engels sowie weitere Holzteile waren abgebrochen, sämtliche Verbindungssteile zerborsten, die Aufhängekonstruktion verbogen. Ende Januar war der Engel in die Werkstatt von Helma Groll gekommen.

Die letzte Restaurierung des Engels ist gar nicht so lange her und war in Vorbereitung der Ausstellung "1000 Jahre Taufen in Mitteldeutschland" 2006 im Magdeburger Dom erfolgt. Der Bebertaler Taufengel war damals das Wahrzeichen dieser Ausstellung gewesen.

Nach dem Sturz im vergangenen September hatten die Kirchengemeinde und der Kirchenförderverein zu Spenden für die "Engelsheilung" aufgerufen. Und hatten damit einen Sturm der Unterstützung ausgelöst. "Dafür danken wir allen Spendern aus ganzem Herzen", erklärte der Vorsitzende des Fördervereins von St. Godebert, Pfarrer i.R. Wolfram Steinacker. Dank der enormen Resonanz konnte der Engel nun in vollem Umfang repariert werden. Zukünftig wird der Tauf- engel höher inmitten des prächtigen achteckigen Barockgestühls der Godeberti-Kirche hängen. Bisher hing er in Kopfhöhe.

Heiner Pfeifer hat eine Seilwinde mit Elektroantrieb installiert. Damit fällt das Herunterlassen per Hand zukünftig weg und gibt dem Seil mehr Spiel. Nicht mehr benötigt wird auch das frühere Gegengewicht des Engels, ein Sandstein mit lateinischer Inschrift.

Sandstein mit Inschrift aus dem Jahre 1616

Diese Inschrift aus dem Jahre 1616 erinnert an den Bau einer Kapelle an der Stelle der heutigen Godeberti-Kirche. Diese Vorgängerkapelle wurde unter dem damaligen Pfarrer Schrader errichtet. Der Sandstein mit Inschrift ist das einzige Originalstück dieser früheren Kirche. Er wird neben dem zurückgekehrten Taufengel zu den eindrucksvollsten Exponaten einer Ausstellung in St. Godebert gehören.

Der Förderverein und die Kirchengemeinde bereiten diese Ausstellung über die Dorf- und Heimatgeschichte anlässlich der 1050-Jahr-Feier im Juli vor. Viele Bebertaler haben die Schau mit Leihgaben aus ihren Privatarchiven, mit Fotos, Dokumenten, historischen Ansichtskarten und anderen Zeugen der Dorfgeschichte unterstützt. Die Organisatoren arbeiten mit Hochdruck. Die ersten Ausstellungstafeln stehen bereits in St. Godebert. Eröffnung der Schau wird am Dienstag, 17. Juni, um 14 Uhr sein. Die Festwoche zum 1050. Dorfjubiläum geht vom 14. bis 22. Juni.

Eine würdige Einweihungszeremonie des genesenen Taufengels wollen die Freunde von St. Godebert mit allen Spendern und Helfern im Herbst gemeinsam feiern. Termin ist voraussichtlich der Reformationstag, Freitag, der 31. Oktober.

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