Haldenslebens Nachtleben wird um einen wichtigen Punkt ärmer. Mit dem Seal schließt nächste Woche die einzige Diskothek der Stadt. Seine Firma Plaza Events betreibt Geschäftsführer Nils Todtenhaupt jedoch weiter.

Haldensleben l "Dieser Schritt tut mir weh. Mein Herz hängt an diesem Laden", sagt Nils Todtenhaupt. Doch der Grund für die Schließung des Seals ist einfach: Die Einnahmen stimmen nicht mehr. "Es gab immer gute und schlechte Zeiten. Aber seit einem Jahr sind die Zahlen so schlecht, wie vorher noch nie", so der Geschäftsführer. Deshalb soll am Sonnabend, 31. Mai, Schluss sein. An diesem Abend steigt die letzte Veranstaltung. Der Name lautet passenderweise "Save the last dance".

Der Mietvertrag für die Diskothek läuft zwar noch bis zum 31. Dezember. "Aber es ist letztlich günstiger, die Miete einfach zu zahlen, als weiter Veranstaltungen anzubieten", erklärt Nils Todtenhaupt. Ohnehin wäre der Club bald in die traditionelle Sommerpause gegangen. Nun soll diese für immer andauern.

Zwar sei das Seal mit seinen mehr als 1000 Quadratmetern "ein schöner, zeitgemäßer Club". Doch die rückläufigen Gästezahlen seien ein branchenweites Phänomen. "Natürlich sucht man den Fehler auch bei sich selbst. Dann schaut man sich an, was andere machen. Aber es haben alle die gleichen Probleme."

Eröffnet hat das Seal vor fast 13 Jahren, im Herbst 2001. Als vor ein paar Jahren die Menge der Besucher schon einmal zurück ging, habe man das Problem mit einem Umbau gelöst. Doch dass das noch einmal funktioniere, glaubt Nils Todtenhaupt nicht.

"Die Leute besuchen heute lieber Einzelveranstaltungen an wechselnden Orten. Der Trend geht weg von der Diskothek", so der Geschäftsführer. Generell gingen weniger Menschen abends aus als früher. "Und die übrigen haben keine Lust, jedes Wochenende den gleichen Laden zu besuchen und die gleichen Gesichter zu sehen."

Damit hätten auch Clubs in größeren Städten wie beispielsweise Magdeburg zu kämpfen - wobei die Nähe zur Landeshauptstadt mit ihrem Nachtleben für das Seal durchaus ein Standortnachteil sei. "Im ganzen letzten Jahr haben wir kein Geld mehr erwirtschaftet. Jetzt fängt das Seal an, Geld zu kosten", verdeutlicht Todtenhaupt. "Wenn wir nicht auch andere Veranstaltungen organisieren würden, wären wir schon weg vom Fenster."

Denn seine Firma Plaza Events ist längst überregional tätigt und organisiert unter anderem Veranstaltungen in Brandenburg, Gardelegen und Aschersleben. Damit will Nils Todtenhaupt weitermachen. In Hundisburg präsentiert er zum Beispiels als nächstes am Pfingstsonntag, 8. Juni, das gemeinsame Konzert von City und Dirk Michaelis. Eventuell könne sich Todtenhaupt sogar vorstellen, in Haldensleben noch einmal einen festen Veranstaltungsort zu betreiben. "Dann aber keine reine Disco mehr."