Die Walbecker "Turmfalken" schwärmen im Juni wieder aus. Zur 9.Irisch-keltischen Mittsommernacht sind die Freunde mittelalterlicher und irischer Musik zwei Tage lang zum Lagerleben auf dem Hagen eingeladen.

Walbeck l Zum 9. Mal sind die Iren und Kelten an der Ruine der Stiftskirche in Walbeck los. Die Mittelalterfreunde der Walbecker "Turmfalken" haben für den 27. und 28. Juni ein atemberaubendes Programm zusammengestellt, das Besucher und Akteure um etliche Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzt.

Im Lager schlagen die Handwerker, Händler, frommen Mönche, Märchenerzähler, Gaukler und Künstler ihre Zelte auf, um feilzubieten, was sie haben und können.

Die Vorbereitungen laufen seit Wochen auf Hochtouren, und das Programm kann sich sehen lassen, auch wenn die Rückseite der Stiftskirchenruine in diesem Jahr nicht zur Verfügung steht.

Gleich zur Eröffnung am Freitag ab 17 Uhr steht die Schülerband "Fenestra temporis" des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Weferlingen auf der Bühne an der Ruine. Wer die Jungs schon einmal live erlebt hat, weiß, dass schon hier eine Gänsehaut vorprogrammiert ist.

Im Anschluss wollen "Nobody knows" aus Stendal an die Erfolge vergangener Jahre in Walbeck nahtlos anknüpfen. Ihr Folk-Cocktail ist - wie sie selber über sich sagen - gespickt mit "postmoderner, bundesrepublikanischer Folklore mit nordwesteuropäischer Note und ostokzidentaler Rhythmik", kurz abwechslungsreich und eingängig für Herz und Seele. Gepaart mit einer Mischung aus Ironie, Selbstironie und purer Lust am Spiel lässt sich der starke Einschlag irischer Instrumentalmusik rasch in ein weltumspannendes musikalisches Netz weben. "Nobody knows" singen deutsch, englisch, französisch oder bunt gemischt.

Während der verführerische Duft aus den Tavernen und Garküchen nach dem Freitag am Sonnabend schon ab 11.30 Uhr über den Hagen zieht, beginnt das Lagerleben am zweiten Spektakulumtag wieder von vorn.

Den ganzen Tag über treiben Gaukler ihren Schabernack, zeigen sich stattliche Ritter und holde Burgfräulein zwischen den Lagerstätten. Für kleine und große Besucher gibt es allerlei Kurzweiliges zu entdecken und es wird zum Mitmachen eingeladen. Der örtliche Kindergarten bereitet die Kaffeetafel vor, an der sicherlich reichlich zugelangt werden darf. Dazu erklingt Musik, gibt es Märchenerzähler und jede Menge fliegender Händler und Unterhaltung.

Im Abendprogramm stehen "Sagax Furor" aus Magdeburg auf der Bühne. Bei ihnen dominieren Trommeln und Dudelsäcke, doch natürlich wird auch Gesang zu hören sein. Ihre Lieder stammen größtenteils aus eigener Feder.

Auf Wunsch vieler Gäste aus den Vorjahren gelang es den "Turmfalken", die holländische Band "Rapalje" nach Walbeck zu verpflichten. "Rapalje" steht für irische, schottische und niederländische Folk-Musik, interpretiert auf ihre ganz eigene, persönliche Weise. Ihre reiche Bandbreite an Instrumenten wurde teilweise selbst umgebaut, um genau auf den Stil zu passen. Zu hören sind Klassiker und Hits der irischen, schottischen und niederländischen Folkmusik. Rein äußerlich geben sich "Rapalje" in mittelalterlichen Kilts die Ehre.