Ein Hauch der guten alten Hippie-Zeit wehte beim Tag der offenen Galerie über das Veranstaltungsgelände. Die alte Klostergärtnerei hat Künstler Thomas Koch gemeinsam mit seiner Familie in eine Oase zum Wohlfühlen, Arbeiten und Leben verwandelt.

Hakenstedt l Verzaubern lassen von einer ganz mystischen Welt konnten sich die Besucher zum Tag der offenen Galerie auf dem Gelände der alten Klostergärtnerei in Hakenstedt sowie im angrenzenden Park. Künstler Thomas Koch und seine Freunde hatten allerlei vorbereitet, um die Besucher mit Natur, Kunst, Handwerk und Gaumenfreuden zu verwöhnen. Verschlungene Pfade waren zu erkunden, die meist von einem Hingucker zum nächsten führten. Überall an den Wegen und auf den Beeten versteckten sich Kunstwerke, die es zu entdeckten galt. Begrüßt wurden die Gäste nach der Parkplatzsuche von Imker Peter Klingbeil. Gleich am Eingang hatte er seinen Stand zum Thema Imkerei aufgebaut.

Thomas Kochs Vorliebe gehört dem Holz, dem er, obwohl bereits gefällt oder als Wurzel ausgegraben, wieder Leben einhauchen möchte. Dabei entstehen skurrile und gleichzeitig anmutige Statuen. Auch weitere Künstler präsentierten sich und ihre Werke.

Als Lyriker hat Koch bereits ein Gedichtbändchen herausgebracht, ein zweites befindet sich in Arbeit. Dabei denkt er sich auch Verse aus, die zu seinen Werken passen. Wer mit offenen Augen über das Gelände schlenderte, konnte überall solcherlei Spuren entdecken.

Viele Pflanzen wechselten den Besitzer, denn hier gab es jede Menge Setzlinge zu bestaunen, auch solche, die man nicht unbedingt in jedem Garten findet.

Wer den angrenzenden Park betrat, verließ West-Berlin und damit auch ein wenig die zivilisierte Welt. Ein entsprechendes Achtungsschild kündigte den Übertritt an, das dem Besucher ein Schmunzeln entlocken konnte.

Den Park hatte Thomas Koch eigens für das Ereignis geöffnet. Dort sah man sich irgendwie sofort in eine märchenhafte Welt versetzt, denn zuerst fiel ein überdimensioniertes, schneeweißes Einhorn ins Auge. Vielfach wurde über sein nachgemachtes Fell gestreichelt oder der Auslöser der Kamera betätigt. Gleich daneben erhoben sich zwei riesige Märchenfiguren und schienen die Besucher zu begrüßen. Eine riesige Hainbuche, gefühlte Jahrhunderte alt, spendete Schatten

Kinder und alle, die es einmal probieren wollten, konnten malen, töpfern, filzen oder sägen. "Christian der Schmied" bot nicht nur Proben seiner Kunst, sondern schwang den Hammer, um zu zeigen, wie unter seinen Händen kunstvoll Geschwungenes entsteht.

Gleich nebenan zeigte Lars Hunold Interessierten, wie sie mit Pfeil und Bogen ins Ziel treffen können. Bei der Musik von Liedermacher Fred versammelten sich die Besucher zu netten Gesprächen etwa in der Mitte des Geschehens, an der Stelle, wo sonst Thomas Koch seine Werkzeuge schwingt.

Ein Höhepunkt des Nachmittages wurde der Auftritt der bulgarischen Trachtengruppe aus Magdeburg, die zuerst allein und später mit dem Besuchern gemeinsam ein paar Tänze vorführten. Boten schon allein die Trachten einen Augenschmaus, drückten die temperamentvollen Schrittfolgen und Gesten der Frauen die Lebensfreude eines ganzen Volkes aus.

   

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