Jahrzehntealte Schlepper, Motorräder, Laster und Pkw renommierter und auch längst untergegangener Marken strahlten in der Maisonne. Die "Schlepper- und Oldiefreunde Angern" hatten zum großen Treffen eingeladen. Erst zum zweiten Mal und mit Riesenerfolg!

Angern l Der Famulus 40 (Baujahr 1964) von Dieter Wendt tuckert neben dessen sieben Jahre älteren Schlepper RS 04-30. Erwin Hünecke hat seinen Fendt 309 auf Hochglanz poliert, Lothar Hecht hat seinen "Hanomag perfekt 401" mitgebracht. Die landwirtschaftlichen Oldtimer des Trios von den gastgebenden Angeraner Schlepperfreunden gehören zu den gut 70 Oldtimern, die bis zum frühen Sonnabendmittag den Weg auf das herrliche Ausstellungsgelände hinter dem Friedhof gefunden haben. Zur gleichen Zeit rollten noch einige Klassiker Angern entgegen, darunter auch ein Volkspolizist auf seiner Einsatzmaschine der Marke "MZ".

Schrauben entspannt und schweißt zusammen

Dazu gesellten sich Kolosse wie ein mächtiger Ural und der Schlepper K700A, den Thomas Tzschoppe aus Jerchel nach Angern gelenkt hatte. Derknallgelbe Motor-Riese gehört zu den letzten seiner Art, die im russischen St. Petersburg gebaut worden sind. Der Blumenberger André Müller hat den K700A im Maßstab 1: 7,5 originalgetreu nachgebaut, mit Getriebe, Fernsteuerung und Original-Motorengerausch aus dem integrierten Lautsprecher. Seit 2010 hat Müller an seinem Modell gebastelt, einige kleine Feinheiten fehlen noch. Thomas Tzschoppe hat er über die Zeitung kennengelernt. Mit anderen Schlepperfreunden fachsimpelten die Zwei den lieben, langen Tag über ihre Lieblinge und ihr Hobby.

"Für mich ist das Schrauben pure Entspannung. Jeder hilft Jedem und man kann an der Technik noch arbeiten, ganz ohne Elektronik. Herrlich", schwärmt Dieter Wendt, der Vorsitzende der erst am 2. April 2014 als eingetragener Verein gegründeten "Schlepper- und Oldiefreunde Angern". "Das Schöne ist, dass wir uns alle gegenseitig helfen, der eine hat dieses Werkzeug, der andere jene Maschine, ein dritter kennt Leute mit Material", ergänzt sein Stellvertreter Lothar Hecht.

Treffen mausert sich zum Aushängeschild

"2013 hatten wir ein erstes Schlepper-Treffen privat organisiert. Trotz strömenden Regens am Nachmittag kamen an die 100 Oldtimer und Schlepper. Das hat natürlich Mut gemacht", erzählte Dieter Wendt.

Die Idee zur Gründung eines Vereins wurde geboren. 13Mitstreiter haben den Verein aus der Taufe gehoben. Die Gemeinde war begeistert, allen voran Bürgermeister Egbert Fitsch, der am Sonnabend Bratwürste für die Besucher grillte. "Auch unsere Handwerker stehen voll hinter uns. Jeder, den wir gefragt haben, hat etwas für die heutige Schau gegeben", betonte Erwin Hünecke. Gut 20 Leute wirbelten am Sonnabend, damit alles wie am Schnürchen laufen konnte. Das Wetter spielte mit, die Aussteller und Gäste aus der ganzen Region - von Wanzleben bis Stendal - kamen in Scharen und genossen den Ausflug in die Technikgeschichte.

Niemand kam zu kurz, Jeder ging mit neuem Wissen, neuen Tipps und neuen Freunden - gut gesättigt und gut gestimmt - am späten Abend wieder heim. Es scheint: Ein neues Aushängeschild von Angern ist geboren.

   

Bilder