Eine Reise durch die Zeit und die Erxleber Schul- geschichte unternahmen am Sonnabend Schüler und Lehrer der Sekundarschule "Albert Niemann" mit ihren Gästen.

Erxleben l "Wir feiern heute nicht eins, nicht zwei, sondern gleich drei Jubiläen", begrüßte Schülerin Friederike Esser die vielen Zuhörer in der Aula, die sich trotz eines bunten Trubels vor den Schultüren vom Festprogramm inspirieren lassen wollten. Zuvor hatte die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Erxleben mit einem Platzkonzert den musika- lischen Startschuss für das Fest gegeben.

In der Tat hat die Erxleber Schule eine lange zurück- zuverfolgende Geschichte. Bereits im Jahr 1564 berichteten Aufzeichnungen von einem Schulmeister, der eine Ein-Klassen-Knabenschule führte und gleichzeitig die Bibliothek des Ortes betreute. Jo- achim I. von Alvensleben, dessen 500. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert werden kann, hatte die Schule gegründet. 450 Jahre ist also Erxlebens Schulgeschichte mindestens schon alt und hat seitdem eine bewegte Geschichte erlebt.

Nicht ganz soweit zurück reichen die anderen beiden Jubiläen, die am Wochen- ende Anlass zum Feiern gaben: Gerade mal 30 Jahre ist es her, dass die Schule in das mittlerweile schon wieder grund- sanierte Gebäude im ehemaligen Erxleber Schlosspark einziehen konnte, und vor 20 Jahren erhielt sie den Namen Albert Niemann.

Bei all der Historie verwunderte es wenig, dass Joachim von Alvenslebens dritte Frau Kunigunde von Münchhausen auf der Bühne plötzlich auf den Hofkammersänger Albert Niemann traf, jenen berühmten Erxleber Sohn, der Jahrhunderte später im Gasthaus zur Post das Licht der Welt erblickte. In die Rollen waren Schulleiterin Regina Beck-Mischak und ihr Stellvertreter Ralf Steffens geschlüpft. Die Burgfrau erhielt sogar ein Geschenk. Busso von Alvensleben nämlich überreichte ihr ein selbstgebautes Schlossmodell.

Zwischendurch sangen der Chor der Schule und die Niemann-Company unter der Leitung von Peter Schmidt alte und neue Lieder und schlugen so wieder den Bogen in die Gegenwart. Dazu erzählte Friederike, dass es bereits im Jahr 1895 erste Baupläne für eine neue Schule gegeben hatte, denn die alten Räumlich- keiten für die Schüler platzten da schon aus allen Nähten. Bis 1983 jedoch gab es immer wieder Ersatzlösungen, dann rollte endlich ein Baukran an für den Neubau einer Schule am heutigen Standort. 1984 konnte im Speiseraum Einweihung gefeiert werden, die Schule erhielt den Namen Hermann Matern.

Einige Szenen aus dem damaligen DDR-Schulleben spielte die Theatergruppe von Ulrich Wahrendorf in lustigen Sketchen nach. Beispielsweise ging es darum, eine Ausrede zu finden, warum man nicht ein einer Altstoffsammlung teilnehmen kann. Oder wie einstmals die Gruppenratsvorsitzenden gewählt worden sind.

Nach dem Festprogramm gab es auf dem und rund um das Schulgelände allerlei zu entdecken. Hüpfburg, Karussell, Sportchronik, Tombola, Trommlergruppe und zahlreiche Stände, die für das leibliche Wohl sorgten, waren vorbereitet worden.

Auf dem Zwei-Felder-Beachvolleyballfeld spielten mehrere Generationen von Schülern gegen- und miteinander.

 

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