Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Börde ist auch im vergangenen Monat weiter gesunken. Mit Neueinstellungen haben sich die Arbeitgeber im Vergleich zum Vormonat allerdings zurückgehalten.

Landkreis Börde l 7706 Frauen und Männer aus dem Landkreis Börde waren im Mai arbeitslos gemeldet. Das sind fast 400 weniger als noch im April. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent.

"Viele Arbeitgeber sind im Mai zurückhaltender in der Meldung freier Stellen als noch im Vormonat. Dennoch gibt es stark nachgefragte Branchen", gibt Matthias Kaschte, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Magdeburg, jedoch zu bedenken. Stark nachgefragt seien Arbeitnehmer in der Kommunikationsbranche. "Vor allem IT-Spezialisten, wie zum Beispiel Softwareentwickler, werden händeringend gesucht. Hier boomt die Arbeitskräftenachfrage", so Kaschte weiter. Aber auch die öffentliche Verwaltung habe im Mai einen großen Bedarf an Lehrern für das kommende Schuljahr angemeldet. "Hier wurde für alle Teile Sachsen-Anhalts verstärkt Personal gesucht", sagte Kaschte bei der Vorstellung des neuen Arbeitsmarktreportes.

Mit Blick auf die Börde bleibt der Agenturbereich Oschersleben das Sorgenkind. Mit einer Arbeitslosenquote von 12,2 Prozent ist Oschersleben im gesamten Agenturbereich, zu dem neben der Landeshauptstadt Magdeburg und der Börde auch das Jerichower Land zählt, das Schlusslicht. Im Norden des Landkreises sieht es hingegen anders aus. Wolmirstedt ist mit 6,2 Prozent ein weiteres Mal der Spitzenreiter. Auch die Zahl der Arbeitslosen in Haldensleben (6,8 Prozent) und Wanzleben (7,9 Prozent) liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt von Sachsen-Anhalt (10,8 Prozent).

Während die Arbeitslosigkeit der jungen Menschen unter 25 Jahren weiterhin spürbar sinkt, zeigt sich bei den Arbeitnehmern jenseits der 55 Jahre eine gegenläufige Entwicklung. Im gesamten Agenturbereich sind mittlerweile mehr als 6000 Menschen in dieser Altersgruppe arbeitslos. "Der Trend hat auch demographische Ursachen, weil die Zahl der älteren Menschen an der Bevölkerung generell steigt. Allerdings sind ältere Menschen insgesamt auch länger arbeitslos. Kommen zum Alter noch gesundheitliche Beeinträchtigungen hinzu, sinken die Chancen auf einen regulären Job drastisch", heißt es im aktuellen Arbeitsmarktbericht.

Positiv ist weiterhin die Entwicklung am Ausbildungsmarkt. 2293 Bewerbern standen im bisherigen Ausbildungsjahr 2320 betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber. Rein rechnerisch kommt somit auf jeden Bewerber eine freie Stelle. Bemerkbar macht sich in den Arbeitslosenzahlen auch, dass die sogenannte Bürgerarbeit zum Ende des Jahres 2014 ausläuft. Im Mai ist die Zahl der öffentlich geförderten Stellen im Agenturbereich auf 654 gesunken. Vor einem Jahr waren noch fast 1000 Bürgerarbeiter beschäftigt.

Der Arbeitsmarktbericht ist auch im Internet unter www.arbeitsagentur.de nachzulesen.