Haldensleben l Ein junges Storchenpaar schnäbelt und klappert seit kurzem auf dem Horst hoch über dem Parkplatz am Stendaler Tor. Hoch erfreut über die Ankunft der Adebars in der Kreisstadt ist Peter Loskarn, Weißstorchbeauftragter im Landkreis Börde.

"Ich hatte das Paar schon auf einer Wiese, die in der Nähe des Umschlaghafens in Richtung Bülstringen gemäht wurde, beobachtet. Da dachte ich mir, dass die Störche eventuell in Haldensleben gelandet sein könnten. Das ließ mir keine Ruhe. Am nächsten Tag habe ich sie entdeckt", schilderte Loskarn.

Warum die Störche den Horst auf dem Giebel des Amtsgerichtes nicht mehr wollen, bleibt ein Rätsel. "Das alte Nest, das vor einigen Jahren von mir entmüllt und in der Höhe etwas abgetragen wurde, ist in Ordnung", weiß Loskarn.

Der Storchenfreund vermutet, dass das junge Paar in diesem Jahr noch nicht brüten wird. "Die jungen Störche feiern Verlobung, bleiben aber beim Rückflug nicht zusammen. Und wenn sie sich nächstes Jahr wirklich wieder hier treffen würden, könnte es eine Hochzeit und Nachwuchs geben", blickte Loskarn optimistisch voraus.

Einer der beiden langbeinigen Störche trägt einen Ring.

Mit seinem Fernglas las Loskarn vom schwarzen Ring die Nummer "he 411" ab.

Burkhard Belcour von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Börde fand über die Beringszentrale der Vogelwarte Hiddensee heraus, dass der Storch als junger Nestvogel am 25. Juni 2011 in Uebigau in Brandenburg beringt wurde.

"Die Nahrungssituation ist prekär für die Störche. Ein wichtiger Aspekt für die Störche ist, dass die Wiesen um Haldensleben erhalten und gepflegt werden, damit die Tiere genügend Nahrung finden", betonte der Vogelexperte.