Haldensleben (az) l Eine Delegation aus der polnischen Region Masowien hat vor wenigen Tagen in Haldensleben Station gemacht. Zusammen mit Vertretern des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt besuchten die drei Mitglieder die Erich-Kästner- und die Johanne-Nathusius-Schule.

"Unsere Gäste wollen sich über das Schulsystem in Sachsen-Anhalt informieren", sagte Dr. Uwe Birkholz, Referent des Kultusministeriums für EU- und internationale Bildungsangelegenheiten im Schulbereich. Dabei sei der Zwischenstopp in Haldensleben kein Zufall. "Das Referat für Grundschulen, sonderpädagogische Förderung, Begabtenförderung, Wettbewerbe hat die Erich-Kästner-Schule besonders empfohlen", so Uwe Birkholz. "Unsere Gäste interessieren sich unter anderem für Begabtenförderung, die Vernetzung mit anderen Einrichtungen, das Thema Inklusion und die Teilnahme an Wettbewerben. Also haben wir eine Schule gewählt, die all das vereint. So etwas haben wir nicht oft in Sachsen-Anhalt", unterstrich die Referatsleiterin Karin Greve.

"Unsere Leitidee lautet: Nicht für alles das Gleiche, sondern für jeden das Beste", erläuterte Schulleiterin Ute Lehrmann. Besonderer Wert werde dabei auf ein gesundes Schulleben gelegt sowie auf sinnvolle Freizeitgestaltung und individuelles Lernen. "Die Ernährungserziehung beginnt morgens mit einem gesunden Frühstück im Hort. Außerdem haben wir einen Trinkbrunnen für alle, eine Mittagsversorgung und nehmen am Schulobstprogramm teil", so Ute Lehrmann.

Darüber hinaus gebe es gezielten Förderunterricht für alle Kinder. Dazu gehöre auch die Begabtenförderung. Auf der anderen Seite gebe es aber auch zwei Förderschullehrer für Kinder mit Lernschwierigkeiten.

Eine weitere Besonderheit sei der Krankenhausunterricht. Dafür besucht Karina Schindler von der Kästner-Schule das Ameos Fachklinikum, um dort Kinder mit psychischen Erkrankungen zu unterichten. "Die Tendenz bei diesen Erkrankungen ist leider steigend. Wir haben Kinder und Jugendliche aus allen Schulformen."

Bei einem Rundgang durch das Gebäude und über das Außengelände konnte sich die polnische Delegation auch ein Bild vom laufenden Schulalltag machen. "Bei uns müssen sich nicht die Kinder auf die Schule einstellen. Wir als Schule stellen uns auf die Kinder ein", betonte dabei Schulleiterin Ute Lehrmann.