Hundisburg l Aufregende Tage liegen hinter Samuel Friedman und Charles Shuler. Von Charleston im US-Bundestaat South Carolina sind sie über Berlin nach Hundisburg gereist. Zunächst stand für die beiden eine Schloss- und Parkführung auf dem Programm. Aber danach haben sie nicht lange gefackelt. Schon am Wochenende untersuchten sie das Fundament der Mackensenburg. Denn mehr ist von dem Gebäude im Landschaftspark Hundisburg-Althaldensleben nicht übrig. Doch das soll sich mithilfe der beiden Studenten ändern.

Den Hintergrund bildet das Projekt "Charme". Die Abkürzung steht für "Charleston Haldensleben-Hundisburg American Restoration Art meets Europe". Dahinter steckt eine Zusammenarbeit mit dem American College of Building Arts in Charleston. Dort erhalten die Studenten eine Ausbildung in historischer Handwerkskunst. Um praktische Erfahrungen zu sammeln, kommen die unter anderem nach Hundisburg.

2012 war bereits die Stuckateurin Emily Gillett im Schloss und half bei der Sanierung des Treppenaufganges zum Hauptsaal. Samuel Friedman und Charles Shuler sind Steinmetze im zweiten Ausbildungsjahr. "Also mussten wir für sie eine andere Aufgabe suchen", sagt Dr. Harald Blanke, Leiter der Schloss und Gartenverwaltung, gestern beim offiziellen Auftakt der zweiten Runde von Charme.

Wie Blanke erklärte, handelt es sich bei der Mackensenburg entgegen des Namens um ein Gewächshaus aus dem 19. Jahrhundert. Später wurde sie zu einer künstlichen Ruine in Form einer einfachen Wand umgestaltet. Mittlerweile ist sie bis auf das Fundament ganz verschwunden. "Es ist nur noch eine kleine Reihe von Steinen übrig", so Simeon Warren, Dekan am College in Charleston. Einziger Anhaltspunkt für den Wiederaufbau ist ein Foto aus dem Jahr 1894.

Nur der Beginn eines größeren Projekts

An diesem Punkt wollen Samuel Friedman und Charles Shuler ansetzen. Aus alten Steinen, die auf dem Gelände von Schloss Hundisburg lagern, wollen sie die Wand wieder aufbauen. Die ersten Zeichnungen sind bereits gemacht. Demnach soll eine Grünfläche mit sieben Metern Durchmesser auch an das frühere Gewächshaus erinnern.

"Charme ist ein kleines Projekt, aber wir hoffen, dass es einmal groß wird", sagte Harald Blanke. Wenn man den ersten Durchgang mit dem zweiten vergleicht, scheint das Wachstum schon begonnen zu haben. Denn das Projekt mit der Mackensenburg ist bereits auf drei Jahre ausgelegt.

Dieses Jahr soll die Pläne fertiggestellt und Steine für den Bau vorbereitet werden. Am 20. Juli reisen Samuel Friedman und Charles Shuler zurück. Bis die nächsten Studenten kommen, soll die Baugenehmigung vorliegen. 2016 soll die Mackensenburg wieder aufgerichtet sein.

Ins Leben gerufen haben Charme Nicole Job von der Stadt Haldensleben und Dr. Martin Sobczyk, der als Privatperson den Kontakt zum College herstellte. Laut Nicole Job ist die Stadt auch der Hauptfinanzier des Projektes . Weitere Unterstützung gibt es von der Kreissparkasse. Auch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sitzt als Kooperationspartner mit im Boot. Initiator ist. Die Firma Schubert Motors stellt den Gästen für die Dauer ihres Aufenthalts kostenlos einen BMW zur Verfügung.

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