31 Wohnungen, 4 Haus- typen, 1 Wohnkomplex - dafür legte gestern die Haldensleber Wohnungsbaugesellschaft Wobau den Grundstein in der Gräwigstraße. Knapp 5Millionen Euro werden hier in Jahresfrist verbaut.

Haldensleben l Die modernsten Wohnungen in der Kreisstadt entstehen demnächst in Althaldensleben. Dafür wurde gestern an der Gräwigstraße der Grundstein gelegt. Vertreter aus dem Bauministerium Sachsen-Anhalt, vom Verband der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt, von Kreis- und Stadtverwaltung, von Stadt- und Wobau-Aufsichtsrat, vom Planungsbüro und von der Deutschen Kreditbank sowie von Ver- und Entsorgungsunternehmen aus Haldensleben sowie Anwohner konnte Wobau-Geschäftsführer Harald Schmidt zu diesem symbo- lischen Akt begrüßen.

Insgesamt 31 Wohnungen - 12 Zwei-Raum- Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 59 und 64 Quadratmeter, 16 Drei-Raum-Wohnungen (88 bis 100 Quadratmeter), eine Vier-Raum-Wohnung mit 101 Quadratmetern und 2 Vier-Raum-Wohnungen (115 Quadratmeter) als Reihenhaus - baut die Wohnungsbaugesellschaft Haldensleben am südlichen Rand des Stadtteils. "Wir werden unser Budget in diesem Jahr sprengen", ist Harald Schmidt überzeugt und nennt konkrete Zahlen. So investiert das städtische Tochterunternehmen gut 6 Millionen Euro in Neubau und Sanierung von Wohnungen. Allein an der Gräwigstraße werden etwa 4,95 Millionen Euro verbaut. Dabei sitzt die Wobau selbst mit rund 990000Euro mit im Boot, die Restsumme läuft zum Einen als KfW-Kredit (1,55 Millionen Euro) und zum Anderen als Bank-Kredit (2,41Millionen Euro).

Neben einer besonders hohen Energie-Effizienz punkten die Wohnungen besonders mit ihrer technischen Ausstattung. Nicht nur, dass die Wobau für die Neubauten eine Breitbandversorgung mit bis zu 100 Mbit/s für schnelles Internet über Glasfasertechnik bereithält, herausragend ist auch ein intelligentes Wohnungs-Automations-System, mit dem bestimmte und vor- definierte Funktionen der Wohnungssteuerung ausgeführt werden können. "Dazu gibt es in jeder Wohnung einen Tablet-PC, um damit die Raumtemperatur, das Licht oder den Zutritt zur Wohnung zu steuern", erklärt Harald Schmidt das System, das jederzeit mit weiteren Dienstleistungen wie einen Hausnotruf erweitert werden kann. Fußbodenheizung, Wohnraumlüftung, Terrasse für das Erdgeschoss beziehungsweise Balkon oder Dachterrasse runden das Ausstattungspaket ab.

Für Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler (CDU) schlägt die Wobau mit ihrem Bauvorhaben zwei Fliegen mit einer Klappe. "Wir haben nie einen Zweifel daran gelassen, dass Althaldensleben und Neuhaldensleben eins sind. Mit dieser Investition wird das Wir-Gefühl weiter gestärkt", unterstreicht er.

Zwei Fliegen werden mit einer Klappe geschlagen

Auf der anderen Seite sei das Bauprojekt ein wichtiger Schritt, um dem Einwohnerverlust entgegenzuwirken, so Eichler weiter. "Städte wachsen heutzutage nur noch durch Zuzug. Da ist neuer Wohnraum ein wichtiger Faktor, und die Wobau hat großen Anteil daran, dass Menschen in Haldensleben ihren Lebensmittelpunkt finden", sagt er. Zumal in der Stadt die Anzahl der Arbeitskräfte seit dem Jahr 2008 um 15Prozent gestiegen sei, wie er stolz verkündet. "Derzeit gibt es rund 12500 Arbeitsplätze."

Jost Riecke, Vorstand des Verbands der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt, hat die Erfahrung gemacht, dass eine Stadt eben nur lebt, wenn sie auch Wohnungsneubau betreibe. "Neubau zieht auch die Menschen aus der Region an", resümiert er. Allerdings nur, wenn Wohnraum nicht mehr nach dem Standard wie vor 20Jahren gebaut werde, sondern wenn er den modernen Anforderungen seiner Mieter gerecht werde, betont Riecke.

Das kann Norbert Eichler nur bestätigen. "Wir haben auch in Haldensleben die Erfahrung machen müssen, dass Einwohner abgewandert sind, weil sie keine attraktiven Wohnungen in der Stadt gefunden haben", sagt er. Dass er bei der Wobau damit jedoch offene Türen einrennt, zeigt allein die Tatsache, dass es für die 31 Wohnungen bereits Miet-Vorverträge gibt - und das noch vor dem eigentlichen Bau- beginn. "Wer Interesse hat, sollte schleunigst mit uns Kontakt aufnehmen", meint Harald Schmidt. Denn er geht nicht davon aus, dass bei Fertig- stellung der Häuser zur Mitte des kommenden Jahres noch etwas frei sei.