Eine Super-Ladestation für Elektro-Autos ist gestern auf dem Hohenwarsleber Euro-Rastpark in Betrieb gegangen. Der "Supercharger" ist der erste seiner Art in Sachsen-Anhalt. Das lockte auch einen Staatssekretär in die Hohe Börde.

Hohenwarsleben l Das Besondere am Supercharger ist seine Leistung und die damit verbundene Reichweite eines Elektroautos. "Unsere Ladestation benötigt eine halbe bis dreiviertel Stunde. Eine normale Steckdose würde dafür eine ganze Nacht brauchen. Hier können Sie nebenbei Kaffee trinken, einsteigen und losfahren. Bis zu 400 Kilometer weit", schwärmte Johannes Witt, Geschäftsführer der "Euro Rastpark", die bundesweit 17 Autohöfe betreibt.

Vorläufig will Witt gemeinsam mit dem US-amerikanischen Technologie-Unternehmen "Tesla Motors" 10 seiner 17 Autohöfe mit solchen Super-Ladegeräten ausstatten, drei stehen bereits. Die Station in Hohenwarsleben ist die dritte bundesweit und die erste in Sachsen-Anhalt. Andere Autohöfe planen 20 weitere solcher Super-Stationen.

Zapfstromversorgung von Garmisch bis Flensburg

"Mit dieser Technologie werden die bisher größten Hemmnisse der Elektromobilität, die eingeschränkte Reichweite und die lange Ladedauer, auf einen Schlag gelöst. Ziel ist ein Netz von Schnell-Ladestationen an den deutschen Autobahnen, das eine flächendeckende `Tankstellenversorgung` von Garmisch bis Flensburg sicherstellt. Wir als mittelständisches Unternehmen haben das ohne staatliche Förderung realisiert und wollen Zukunftsinvestitionen für Innovation und Umweltschutz vorantreiben", erklärte Joachim Witt.

Dafür gab`s viel Lob von Klaus Klang, Staatssekretär im Landesverkehrsministerium. "Ich habe schon einige Ladestationen mit eingeweiht, aber diese hier ist etwas ganz Besonderes", betonte Klang und ergänzte: "Mit dieser Technologie erreichen wir eine neue Qualität in Sachen Elektromobilität. Das Land Sachsen-Anhalt gehört zu den führenden Bundesländern bei der Umsetzung von umweltfreundlichen Technologien. Wir stellen uns der Herausforderung moderner Mobilitätsformen und zukunftsweisender Logistik, wir wissen um die Bedeutung dieser Technologie für andere Branchen wie Stadtentwicklung, Infrastruktur und Wirtschaftsansiedlung. Wir setzen heute einen Meilenstein, der uns sehr froh macht."

Steffi Trittel, Gemeindebürgermeisterin der Hohen Börde, unterstrich die Investition als "Teil einer nachhaltigen Umweltfreundlichkeit" und erinnerte an das Motto "Besser leben" des Europäischen Dorferneuerungspreises (EDEP 2014), um den sich die Hohe Börde beworben hat. Die EDEP-Jury wird am 13. Juni die Hohe Börde bereisen und im Euro- Rastpark übernachten. Beim Blick aus dem Fenster dürften den Jurymitgliedern die neuen Super-Stromzapf-Säulen nicht entgehen. Wenn nicht: "Wir werden stolz darauf hinweisen", betonte Trittel.

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