Uthmöden l Der Fiesmeier ist gar nicht "fies", vielmehr eine den Uthmödenern lieb gewordene Tradition. Die Einwohner des kleinen Haldensleber Ortsteils stehen Jahr für Jahr am Pfingstmontag schon vor ihren Häusern, Eier, Milch und Puddingpulver in den Händen, und warten darauf, dass der klimpernde, in kiloweise Birkengrün bekleidete Fiesmeier mit seinem mit Blumen geschmückten Gefolge zu ihnen kommt und für sie ein Tänzchen aufführt. Als Dank gibt es die Zutaten für ein gemeinsames Mittagsmahl.

Bereits an den Tagen zuvor haben die Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren alles vorbereitet. Es wurden Blumen und Grün eingesammelt und verarbeitet. Wie alt diese Tradition bereits ist, vermag Ortsbürgermeisterin Roswitha Schulz gar nicht mehr zu sagen. Der Fiesmeier - ursprünglich: Pfingstmeier - kam schon immer zum Pfingstmontag. Und ausgefallen ist der Marsch der Jugendlichen durch ihr Dorf bisher noch in keinem Jahr. Auch, wenn es leider immer weniger Kinder seien, die mit dem Fiesmeier durch Uthmöden laufen, so Schulz. "Wenn der Fiesmeier mal ein Jahr ausfallen würde, würde den Leute etwas fehlen", sagt die Ortsbürgermeisterin.

Haben die Jugendlichen ihre Runde durch das Dorf beendet, landen all die gesammelten Lebensmittel in Töpfen und Pfannen. Zur Mittagszeit versammelt sich dann das ganze Dorf und lässt sich Eiback und Grießsuppe schmecken.