Pfingsten ist in den Orten, die sich im Besonderen mit der Altmark eng verbunden fühlen, eine Zeit, um die Traditionen ihrer Urgroßeltern zu pflegen. Auch die Elsebecker haben als Zeichen des Frühlings einen Baum samt Pfingstochsen aufgestellt, um damit endgültig den Winter zu vertreiben.

Elsebeck l Früher war das Pfingstbaumaufstellen reine Männersache. "Wir Frauen waren damals zu Hause immer mit den Vorbereitungen für das Pfingstfest beschäftigt. Ich habe mich am Tag vor Pfingsten immer sehr beeilt, dass ich mit der Hausarbeit fertig war, wenn die Männer zum Singen kamen", erinnerte sich Elfriede Germer, die mit 84 Jahren die älteste Dame beim Pfingstfest am Kaffeetisch war. "Die Frauen haben mit der Bratpfanne auf die Männer gewartet", sagte Friedrich Fieseler schmunzelnd. Die Herren in Elsebeck stellen heute wie damals nicht nur den Pfingstbaum auf, sondern bringen jeder Familie noch als Frühlingsgruß ein grünes Birkenbäumchen. Als Lohn dafür gab es für die Männer eine Flasche Schnaps, geräucherte Wurst, Eier oder Geld. Die Elsebecker zeigten sich immer sehr spendabel. So war es auch am Sonnabend. Vor jedem Haus wurde eine Birke gestellt. Neu ist aber, dass die ältere Generation sich schon am Nachmittag zu Kaffee und Kuchen trifft. "Das war der Wunsch der Senioren aus Berenbrock und Elsebeck, den wir gern erfüllt haben", erklärte Volker Preetz, Vorsitzender des Feuerwehrvereins.

So geschah es, dass am Sonnabend alle Generationen gespannt darauf warteten, dass die jungen Männer mit dem Baum aus dem Wald kommen. Die Jugend hatte den Auftrag, diesmal nur nicht so einen großen Baum anzuschleppen. Schließlich sei es nicht ganz ungefährlich, einen langen Stamm in die Senkrechte zu stemmen. Enttäuschte Gesichter gab es, als die Männer mit einem spärlichen Stamm anrückten. "So eine Pietsche zu bringen. So einen mickrigen Baum hatten wir ja noch nie", wetterte die ältere Generation. Die Jugend feixte, denn den wahren - etwa zehn Meter großen - Pfingstbaum hatten sie kurz vor der Ankunft am Festplatz hinter den Büschen versteckt.

Beim Blick auf den prächtigen Baum schienen alle wieder zufrieden zu sein. Mit Hilfe eines Traktors dauerte es nicht lange, bis der Stamm samt Pfingstochsen, der einem altmärkischen Bauern glich, kerzengerade stand. Zum ersten Mal beim Pfingstbaumaufstellen war Gorden Lenox Schwenzfeier. Der acht Monate alte Junge ist der Sohn von Julia Lellau aus Haldensleben und Marko Schwenzfeier, der aus Elsebeck stammt.

Liedzettel wurden verteilt. Jung und alt sangen "Lustige Braunschweiger". Elsebeck gehörte nämlich in der Vergangenheit zum Herzogtum Braunschweig, während Nachbardörfer wie Klüden zu Preußen zählten.

Auf große Fahrt gehen die Mitglieder des Feuerwehrvereins und ihre Freunde am Sonnabend, 5. Juli. Wer Lust hat, das Schokoladenmuseum in Halle und den Flughafen in Leipzig zu besichtigen, ist willkommen. Es sind noch einige Plätze im Bus frei. Interessenten können sich bei Volker Preetz melden.

Zum zweiten Arbeitseinsatz am Dorfgemeinschaftshaus lädt der Verein ein. Das gemeindeeigene Gebäude, der ehemalige Kindergarten, soll Stück für Stück saniert werden. Am Sonnabend, 14. Juni, ab 9 Uhr werden das Dach und der Dachstuhl sowie die Schornsteine herunter genommen. "Die Entkernung ist soweit abgeschlossen", zog Preetz Bilanz. Groß sei die Hoffnung, dass wieder viele tatkräftige Helfer zum Einsatz kommen.