Vor zehn Jahren wurde die Flechtinger Schloss- und Wassermühle aufwändig rekonstruiert und spiegelt seitdem ein Stück Mühlengeschichte erlebbar wider. Zum Mühlentag am Montag zeigte sie sich in ihrer ganzen Schönheit mit einem bunten Rahmenprogramm.

Flechtingen l Kühle Getränke, exotische Longdrinks und Eis standen hoch im Kurs, als am Pfingstmontag die Flechtinger Schloss- und Wassermühle anlässlich des Deutschen Mühlentages ihre Pforten für Besucher öffnete. Die Betreuer vom Flechtinger Heimat- und Mühlenverein hatten doppelten Grund zur Freude, denn vor zehn Jahren war die Wassermühle aufwändig rekonstruiert worden und seitdem steht sie unter der Regie die Vereins saisonal bedingt für Besucher und Gäste des Luftkurortes offen.

Vom Keller bis zum Dachboden zeigt die Mühle nicht nur Mühlengeschichte pur, sondern auch Heimat- und Landwirtschaftsgeschichte und im Schlossladen regionale Produkte. Das imposante, sechs Meter im Durchmesser große Wasserrad zog bei den hochsommerlichen Temperaturen immer wieder neidische Blicke auf sich. Jeder wollte am liebsten eine kühle Erfrischung aus dem Wasserlauf des Rades erhaschen.

Vereinsvorsitzender Hubertus Nitzschke, selbst Besitzer der Damm-Mühle Berenbrock, hatte am Montag so einige Fragen von Besuchern zu beantworten. Er berichtete, dass die Mühle, deren erste Erwähnung bereits 1311 erfolgte, lange im Besitz der Flechtinger Schlossherren war, die sie nach Gutdünken verpachten konnten. Passte ihnen ein Müller nicht mehr oder war der gar verunglückt - Müller war früher nämlich aufgrund der baulichen Konstruktionen der Mühlen ein sehr gefährlicher Beruf - wurde ein neuer Pächter gesucht. Noch 1947 kam in der Morsleber Allermühle ein Müller bei einem Arbeitsunfall ums Leben.

Musikalisch legte sich am Pfingstmontag das Duo "Burggeister" aus Oebisfelde mächtig ins Zeug. Da hielt es selbst die Vereinsmitglieder nicht mehr hinter ihren Theken und Ständen. Sie tanzten so manches Mal zu den Liedern mit.

Den ganzen Tag über herrschte reger Betrieb, allerdings hielten es viele gar nicht so lange aus, denn die sengende Sonne des heißesten Pfingstwochenendes seit langem forderte auch in Flechtingen ihren Tribut. Dabei hatte es kurz vor Beginn der Veranstaltung noch geregnet. Tische und Bänke mussten kurzfristig trocken gewischt werden.

Viele nahmen sich Kuchen, Fischbrötchen und frisch gebackenes Brot von Bäckermeister Denni Nitzschke aus dem Holzbackofen mit nach Hause, um dort im Schatten auszuharren und zu genießen. Die begehrten Sitzplätze unter den zahlreichen Sonnenschirmen am Fuße der Mühle waren trotzdem ständig belegt. Etwas erfrischender war es da auf der Wiese nebenan, wo die hohen alten Bäume Schatten spendeten und aufgrund der Hanglage sogar ein laues Lüftchen wehte.

Vereinsmitglied Annerose Schröder hatte sich um den Auftritt der "Crazy dancer" aus Schackensleben und der "Crazy little cowboy boots" aus Rottmersleben bemüht. Und die Line dancer legten trotz glühender Sonne eine gelungene Show auf das Pflaster. Abwechselnd und zusammen tanzten die Großen und Kleinen bis hin zu zwei Zugaben, die sie sich trotz ihrer langen Jeans nicht nehmen ließen.

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