Welche Vorhaben sind dem Calvörder Gemeinderat gelungen und mit welchen Projekten ist er bisher gescheitert? Auf diese Fragen hat Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake bei der letzten Sitzung der Legislaturperiode geantwortet.

Calvörde l Die letzte Sitzung des Gemeinderates Calvörde nutzte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU), um die Mitglieder, die nicht mehr im neugewählten Gremium vertreten sind, zu verabschieden. Die Gemeinderäte haben sich entweder aus den verschiedensten Gründen nicht wieder zur Wahl aufstellen lassen oder ihre Stimmen haben nicht für eine neue Amtsperiode gereicht. Schliephake bedankte sich bei allen Mitgliedern des Rates, bei allen sachkundigen Einwohnern in den Ausschüssen und bei den Mitarbeitern der Verwaltung.

Bei dieser Gelegenheit schaute der Chef der Gemeinde noch einmal auf die letzten vier Jahre zurück: "2010 waren wir angetreten, eine neue Gemeinde zu entwickeln. Es gab zwar auf der rechtlichen Grundlage die Gemeinde auf dem Papier, aber unsere Mission war es, die Gemeinde mit ihren elf Ortsteilen mit Leben zu erfüllen. Wir haben Geschichte geschrieben." Die Arbeit im Gemeinderat sei immer sehr respektvoll und zielorientiert gewesen. Das sei völlig unabhängig von der Größe des Ortsteils geschehen. "Wir haben uns sicher mal gestritten und unterschiedliche Auffassungen gehabt, aber auch Streitgespräche führen zu einer Entwicklung", zog Schliephake Bilanz. Wichtig seien bei der Arbeit die Zusammenkünfte der drei Ausschüsse und das Mitwirken der Ortsteilbeauftragten gewesen.

"Es ist uns insgesamt gelungen, die Gemeinde wachsen zu lassen, aber auch in den Ortsteilen die Identität zu wahren", so der Bürgermeister, der mit dem neu gewählten Rat auf einen nahtlosen Übergang hofft.

45 Ratssitzungen, 77 Sitzungen der drei Ausschüsse und neun Beratungen der Ortsteilbeauftragten sowie sieben Zusammenkünfte des Arbeitskreises zur Erstellung des Leitbildes der Gemeinde habe es in den letzten viereinhalb Jahren gegeben. "Wir haben die Weichen für eine Vielzahl von Bauvorhaben gestellt", sagte Schliephake und zählte den Bau des NP-Marktes, des Raiffeisenmarktes und der Volksbank als Beispiele auf. Auch gemeindeeigene Projekte, wie den Bau der Kindertagesstätte in Wegenstedt, der fast eine Million Euro an Investitionsvolumen umfasste, und den Sportboothafen für fast eine Million Euro sowie den Ausbau der Landesstraße 24 in Wegenstedt als Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Land mit über einer Million Euro, zählte Schliephake auf. Unter anderem wurden die Mehrzweckhalle in Calvörde isoliert, die Fassade des Gebäudes des Bauhofes erneuert, die Trauerhalle in Berenbrock umgebaut und der Saal in Mannhausen saniert.

Sorgen bereite die finanzielle Lage der Gemeinde. "Wir sind nicht etwa unachtsam mit den Finanzen umgegangen, sondern wir waren 2010 mit einem Fehlbetrag von etwa 600000 Euro angetreten. Das sind Kassenkredite, die abzubauen sind. Ich hoffe, es wird uns gelingen, diesen Sollbetrag bis Ende 2014 zu halbieren. Wir mussten fast eine Million Euro Steuern zurückzahlen, weil Dinge nicht so umgesetzt werden konnten, wie wir es uns gewünscht hatten", bilanzierte der Gemeindechef. Kritisch bewertete er den Verwaltungsstandort. Vergeblich habe sich der Calvörder Rat bemüht, eine Lösung zu schaffen, um das Gebäude der Außenstelle in Calvörde mit mehr Leben zu erfüllen. Zu den nicht realisierten Vorhaben zählte Schliephake die Verpachtung der Waldgaststätte Grieps. Groß sind die Bemühungen, denn nur wenn die Gaststätte betrieben wird, könne auch der Tourismus am Sportboothafen ausgebaut werden.