Bösdorf l Erwartungsvoll beobachten die Kinder und ihre Gäste die Musiker, als sie zu den Instrumenten greifen und die ersten Töne anstimmen. Der große Kontrabass wird von David Jehn gespielt, während sein Bruder Nicolas die Saiten der Gitarre zupft. Die Kinderaugen sind auf die Musiker gerichtet, vor Staunen bleibt dem einen oder anderen Kind der Mund offen stehen. Das kleine Festzelt auf dem Sportplatz ist sehr gut besucht.

"Es geht auf eine Reise in die Welt", versprechen die beiden Worpsweder. Ihre Lieder sind in vielen Kindergärten bekannt. Deshalb stimmen die jungen Zuschauer zunächst zaghaft, dann mutiger mit an. Beim ersten Lied reicht noch Fingerschnipsen und Mitsingen aus. Dann heißt es: "Aufstehen und bewegen, nicht nur den Kopf und die Arme, sondern den ganzen Körper." Tänzeln und auf der Brust trommeln, Füße stampfen und die Arme weit strecken - das und mehr war beim Mitmachkonzert gefordert. "Puh, ganz schön anstrengend", lautet der Kommentar einer jungen Oma.

Das Durchschnittsalter der jungen Konzertbesucher liegt bei drei bis sechs Jahren. Doch die Gebrüder Jehn verstehen es, nicht nur das junge Publikum zu begeistern, auch die Erwachsenen wippen sofort im Takt und singen freudig mit. Und darum geht es den Brüdern, sie wollen ihr Publikum zum Mitmachen bringen. "Eigentlich ist das euer Konzert. Ihr musiziert mit!" sagt David Jehn. Dazu verteilen die beiden auch Rasseln, Schellen und Triangeln. Die selbstgeschriebenen Lieder erklärt Nikolas Jehn, bevor sie angestimmt werden, so dass jeder mitmachen und seine Stimme erheben kann. Ihre Songs, die Anklänge an japanische Melodien oder auch Rhythmen aus der schwedischen Folklore beinhalten, begeistern nicht nur zum Mitsingen. Auch kleine Rollenspiele haben die beiden Sänger parat. So können die kleinen wie auch die großen Zuschauer bei "So tanzen die Lappen" mit ganzem Körpereinsatz mitmachen. Rot glühend sind inzwischen die Wangen der Kleinen, die sich ganz vorne auf dem Boden niedergelassen haben.

Die Musik und auch die Texte verzaubern die Besucher, als die Trollfamilie besungen wird. Immer wieder griffen die Brüder in die reichhaltige Kiste mit Vorräten aus dem kreativen Schatz der Eltern Margarete und Wolfgang Jehn. In die weite Welt reisten die Mitmachenden auch mit Indianerliedern wie dem "Cherokee Welcome".

"Wir sind mittlerweile schon über 25 Jahre unterwegs", verrät der Gitarrist am Rande des Konzerts. Das Duo tritt deutschlandweit in Kindergärten und Schulen auf. Deshalb ist Kita-Leiterin Helga Willecke besonders stolz, dass sie die Musiker zum Abschluss der Festwoche gewinnen konnte. Ohne Zugabe und lautem Applaus kann das Konzert nicht zu Ende gehen. "Das war ganz toll!", schwärmt Finn und blickt noch einmal mit leuchtenden Augen auf die beiden Musiker. "Das Fest ist uns dank vieler Helfer rundum geglückt", sind sich die Eltern und das Erzieher-Team der "Strolche" einig.

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