Haldensleben l "Es passt!": So kurz und knapp und positiv beschreibt Matthias Simon den ersten Eindruck, den er von seiner "neuen" Gemeinde St. Marien in Haldensleben gewonnen hat. Seit dem 1. April betreuen er und seine Frau Karen Simon-Malue die mehr als 1750 Mitglieder in der Stadt - er als Pfarrer, sie als Gemeindepädagogin.

"Bisher haben wir hier nur unsere Arbeitszeit verbracht. Doch wir werden in absehbarer Zeit herziehen", versichert Matthias Simon, und seine Frau ergänzt: "Als gebürtige Magdeburgerin bin ich von Haldensleben positiv überrascht. Die Stadt gefällt mir." Und so hatte sich das Ehepaar nach seinem ersten Besuch in Haldensleben auf die freie Stelle beworben.

Seit dem Jahr 2003 war das Ehepaar in Magdeburg tätig. Matthias Simon war für vier verschiedene evangelische Gemeinden gleichzeitig mit zuständig, seine Frau musste sich eine Stelle als Gemeindepädagogin teilen. Umstände, die Beide nach zehn Jahren Arbeit in der Landeshauptstadt gern ändern wollten.

Da kam ihnen die Stellenausschreibung aus Haldensleben gerade recht. Nach dem Tod von Pfarrer Martin Land im Dezember 2012 war die Stelle lange Zeit unbesetzt geblieben. Im November des vergangenen Jahres stellte sich das Ehepaar der St. Marien-Gemeinde vor und erhielt die Zustimmung des Gemeindekirchenrats. Da Karen Simon-Malue Gemeindepädagogin und keine Pfarrerin ist, wurden die bisher anderthalb reinen Pfarrstellen der Gemeinde so umgewandelt, dass sie die Stelle gemeinsam mit ihrem Ehemann antreten konnte.

"... die Menschen machen die Kirche aus"


"Es tut gut, jetzt nur noch an einem Ort für eine Gemeinde zuständig zu sein. Das ist zum einen entspannender, zum anderen aber auch intensiver", macht der Pfarrer deutlich, dass er sich auf seine neue Aufgabe freut. Ein weiterer Vorteil: "Wir haben jetzt mehr Möglichkeiten, auch als Ehepaar stärker zusammenarbeiten zu können", sagt seine Frau. Beide sind optimistisch. "Alle Aufbrüche und Neuanfänge, die wir bisher hatten, waren gut. Das hoffe ich auch für Haldensleben", meint Matthias Simon.

Für ihn stellt sich Haldensleben als große Herausforderung dar. "Die St. Marienkirche ist ein großes Gebäude. Doch sie ist nicht nur ein Haus aus Stein, sondern die Menschen machen die Kirche aus. Sie soll deshalb auch offen und da sein für andere", möchte er das Haus ebenso für Nichtchristen öffnen. "Wir wollen über den Tellerrand hinausschauen und die Kirche stärker in die Gesellschaft einbringen." Er steht auch der Ökumene offen gegenüber und möchte sich der Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen nicht verschließen.

Karen Simon-Malue hat sich ebenfalls schon Schwerpunkte gesetzt. "Als Gemeindepädagogin sehe ich die Arbeit mit jungen Erwachsenen als große Herausforderung an. Aber auch die Familienarbeit kann noch weiter wachsen und wird sich nicht nur auf die Kindertagesstätte von St. Marien beschränken", nennt sie ihre Ziele.

Doch nicht nur beruflich hat sich das Ehepaar einiges vorgenommen. Auch das Privatleben will gemeistert werden, und da ist der Umzug nach Haldensleben der nächste Schritt. Das Pfarrhaus an der Ecke Burgstraße/Gärhof ist groß genug und bietet Platz für die ganze Familie. So werden auch die Töchter Mareike (12 Jahre) und Charlotte (16) in Haldensleben ein neues Zuhause finden.