Calvörde l "Ich schenk dir einen Luftballon, er schwebt ganz leicht empor", sangen die Frauen und Männer des Chores der Evangelischen Stiftung Neinstedt und ließen zum Auftakt des Sommerfestes auf dem Hof des Hauses Bonin bunte Ballons in die Höhe steigen.

Annerose Schulze, Teamleiterin der Häuser in Calvörde, begrüßte die Gäste aus Neinstedt, Wolmirstedt, Halberstadt und aus vielen anderen Orten der Region. Auch Hans Jaekel, Mitglied im pädagogischen Vorstand der Stiftung, hieß die zahlreichen Gäste willkommen. "Wir haben einen neuen Namen. Wir wollen keine Anstalt mehr sein, sondern als Christen der Stiftung mittendrin leben", erklärte Jaekel. Jeder Mensch mit oder ohne Handicap habe seine Besonderheiten.

Seit 147 Jahren gibt es die Einrichtungen der Neinstedter Anstalten in der Region Haldensleben. Vor 15 Jahren zogen zwölf Menschen mit geistiger Behinderung aus dem Schloss Detzel in ihr neues Domizil nach Calvörde. Inzwischen leben dort 45 Frauen und Männer in verschiedenen Häusern. Dort fühlen sie sich heimisch.

Wolfgang Lindner (SPD), stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Calvörde, betonte, dass die Bewohner schon längst zu Calvörde gehören. Er übermittelte Grüße und übergab einen Briefumschlag mit einem Geldschein vom Bürgermeister und vom Gemeinderat.

Als Pippi Langstrumpf tanzten die Mädchen des Calvörder Karnevalsclubs. Passend zur Kuppel des Partyzeltes schwangen die Kinder - verkleidet als Harlekine - ihre Hüften.

Zu den Höhepunkten des Festes gehörte die Ehrung der Jubilare. Gisela Hoffmann, Marion Liesons, Sabine Jurisch und Ulrike Kontfuß wohnen seit 40 Jahren in den Häusern der kirchlichen Einrichtung. Sabine Schlöder lebt seit 30 Jahren in den Wohnhäusern. Seit zehn Jahren sind Udo Weißenborn und Torsten Mücke in der Calvörder Einrichtung zu Hause. Alle Jubilare bekamen eine Rose, eine Urkunde und ein Kissen zum Kuscheln. Die Leiterin bedankte sich bei den Sängern und Tänzerinnen sowie bei ihren engagierten Kollegen.

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