Es summt und brummt rund um Schloss Hundisburg. Die Imker um Ralf Bertram laden am kommenden Sonntag ab 9 Uhr zu einem Tag der offenen Tür in der Schlossimkerei Hundisburg ein.

Hundisburg l Das kleine idyllisch gelegene Gelände der Hundisburger Schlossimkerei liegt ein wenig versteckt hinter dem Sportplatz an dem barocken Baudenkmal. Mit jedem Schritt, dem man sich dem Areal nähert, summt und brummt es zunehmend. Gerade in der jetzigen Jahreszeit sind die Bienen sprichwörtlich fleißig. 220 Völker mit jeweils bis zu 80 000 Bienen haben Imker Ralf Bertram und seine Mitstreiter im Einsatz. Nicht alle haben auf dem Hundisburger Gelände ihre Heimstatt. Dafür reicht der Platz schon lange nicht mehr aus. Denn die Imkerei ist schon seit einiger Zeit kein Hobby mehr, das sich um den Nachwuchs sorgen machen muss.

Bertram freut sich über das Interesse, dass die Imkerei in den vergangenen Jahren erfahren hat. Hatte der Ortsverein Haldensleben im Jahr 2000 noch gut 20 Mitglieder, so konnten die Haldensleber Imker kürzlich ihr 81. Mitglied begrüßen. "Bei uns sind Imker im Alter von 9 bis 90 Jahren vertreten", sagt Bertram. Und der Haldensleber Imker sorgt auch selbst dafür, dass die Imkerei emsig weiter betrieben wird. Regelmäßig bildet er junge wie alte Interessierte aus. In der Schlossimkerei bietet er regelmäßig Kurse für angehende Imker an. An sieben Sonnabenden gibt er dem Nachwuchs das nötige Rüstzeug für eine erfolgreiche Bienenzucht mit. Allein in diesem Jahr hat er bereits 37 neue Imker ausgebildet. Dabei klärt er die Teilnehmer ebenso über die Biologie der Biene auf, wie auch über Krankheiten oder den nötigen Versicherungsschutz. Natürlich gibt es auch praktische Tipps rund um Biene und Honig. "Wir sind eine von vier Imkereien in Sachsen-Anhalt, die solche Ausbildungen anbieten", erklärt Bertram. Deswegen wolle er das in Zukunft auch noch mehr etablieren.

Der Anstieg an Imkern hat laut Bertram aber auch eine Schattenseite. Denn eine Prüfung müssen angehende Imker nicht ablegen. Jeder kann sich ein Bienenvolk zulegen und nicht alle, die das tun, haben den nötigen Sachverstand dafür. Sorge bereitet dem Imker zudem auch eine Beobachtung, die er in den vergangenen Jahren gemacht hat: Es gibt immer weniger Insekten in der Natur. "Man sieht viel weniger Schmetterlinge. Früher habe ich ständig Grashüpfer gesehen, heute kaum noch", stellt Ralf Bertram fest. Und wo keine Insekten sind, da sind auch weniger Bienen. Den Grund dafür sieht Bertram vornehmlich in der Chemieindustrie, die Düngemittel für die Landwirtschaft produziert. "Die Verantwortung liegt dabei ausdrücklich bei den Herstellern und nicht bei den Landwirten", betont Bertram jedoch.

Auch deswegen laden die Hundisburger Bienenzüchter wieder zu einem Tag der offenen Tür in ihre Schlossimkerei ein. "Wir wollen die Leute informieren und für das Thema sensibilisieren", so Bertram. Und neben Informationen und Aufklärungsarbeit werden die Besucher am Sonntag auch einiges hautnah erleben können. Hinter einer Glaswand wird ein Schauvolk ausgestellt werden. So können sich die Gäste aus nächster Nähe einen Eindruck über die Leistung der Bienen verschaffen. Es wird Führungen durch die Imkerei geben und die Imker zeigen, wie der Honig gewonnen wird. "Und natürlich wird auch ordentlich Honig verkostet", verspricht Bertram.

Warum halten wir eigentlich Bienen? Warum sind die Tiere so wichtig für unsere Landwirtschaft? Wie kommt eigentlich der Honig aus der Wabe? "Wir werden alle Fragen beantwortet", verspricht Ralf Bertram.

Der Tag der offenen Tür in der Schlossimkerei Hundisburg beginnt am Sonntag, 29. Juni, um 9 Uhr.