Oschersleben l Ansichtskarten schaffen einfache Verbindungen zwischen Menschen. Mit ihnen werden kurze Grüße oder auch Gedanken verschickt. Der Empfänger erhält neben den persönlichen Worten auch einen fotografischen Einblick auf das Fernliegende. Nicht selten wird gerade dadurch die Reise- und Entdeckungslust in uns geweckt.

In einem Projekt der Europaschulen des Landes Sachsen-Anhalt wurde in diesem Jahr ein Wettbewerb für die Gestaltung von Postkarten gestartet. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen Fotowettbewerb der Europaschulen in Kooperation mit ausländischen Partnerschulen. "Entstanden ist eine eindrucksvolle Fotoausstellung, in der vielfältige fotografische Perspektiven auf unseren Heimatkontinent unter dem Thema `Netze in Europa` gebündelt sind", hieß es in einer Mitteilung von Anja Aichinger, Landesfachbetreuerin für Europabildung des Landes Sachsen-Anhalts.

An diesen Erfolg soll ebenfalls das diesjährige von Aichinger ausgeschriebene Europaschulen-Projekt anknüpfen. Das Ziel sei es mit dem speziellen Medium der Ansichtskarte nicht zuletzt auch unkomplizierte Brücken in ganz Europa zu schlagen.

An diesem besonderen Landesprojekt beteiligte sich auch die Europaschule in Oschersleben. Die Abschlussklasse der gestaltungstechnischen Assistenten an der Berufsschule arbeitete ganze sechs Unterrichtsblöcke - das heißt neun Zeitstunden - an der Gestaltung.

"Zunächst haben wir Ideen gesammelt und uns ein Konzept ausgedacht. Anschließend folgten die fotografischen Arbeiten sowie die Bearbeitung am Computer mit verschiedenen Programmen", erzählte die Berufsschulabsolventin Franziska Keller. Dabei konnten die Schüler selbst entscheiden, ob sie bereits vorhandene Bilder verwenden oder neue Motive fotografieren.

Auf der Karte von ihr sind die Länder im Kreis angeordnet. "Das soll Gemeinsamkeit symbolisieren", erklärte die Hamersleberin weiter. Anfangs hätte sie noch Schwierigkeiten bei der Motivwahl gehabt, doch schnell kamen die Ideen fast von alleine. Auch Lisa Kupietz hatte zunächst Schwierigkeiten mit der Ideenfindung. "Ich habe mir dann einfach Inspiration im Internet geholt. Anschließend habe ich mit Hilfe der Computerprogramme Illustrator und Photoshop in den Schriftzug `Years of culture` einige bekannte, typisch europäische Bauten eingearbeitet", sagte die 23-Jährige. Die Hornhäuserin Carmen Otto gestaltete hingegen einen Ball mit verschiedenen Europa- flaggen darauf. "Ich finde, dass vor allem Fußball uns Europäer näher bringt", erklärte sie ihre Motivwahl. Laura Kupietz nutzte sogar ihre Schwester als Projektionsfläche für ihre Ideen. "Ich habe meine Schwester auf einer Wiese fotografiert und in die ohnehin schon vorhandenen Sternen-Tattoos an den Armen verschiedene europäische Länder am Computer eingearbeitet", erzählte die junge Gunsleberin, die ein vereintes Europa damit darstellen wollte.

Einig sind sich die vier Berufsschülerinnen vor allem in einer Sache: "Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, der Kreativität freien Lauf zu lassen und eine Postkarte für Europa zu gestalten", sagen alle vier.

Am gestrigen Dienstag, 1. Juli, endete schließlich die Frist für die Einreichung der selbstgestalteten Postkarten bei der Projektbeauftragten Anja Aichinger. Per Post gingen daher am Freitag die Kunstwerke direkt an die Landesfachbetreuerin für Europabildung. Nun heißt es nur noch: Daumen drücken, dass die Arbeiten auch rechtzeitig angekommen sind.