Eine Premiere haben die Zuschauer beim Tag der offenen Tür des Feuerwehrgerätehauses in Wegenstedt erlebt. Mit extra-breiten Ungetümen hat es eine Formel 1 mit Traktorreifen gegeben.

Wegenstedt l Als der Startschuss für das erste Reifenrollen erfolgte, trauten sich erst nur die Gastgeber - Brandschützer und Mitglieder des Vereins der Wegenstedter Feuerwehr - auf die Piste. Traktorreifen galt es in der Bushaltebucht über den Parcours zu rollen, um dann in voller Fahrt Holzblöcke umzukegeln. Fast unmöglich schien es, die Ungetüme in die richtige Richtung zu schicken. Kaum war der größte Reifen auf der Odyssee, mussten kleinere Modelle folgen. Als krönenden Abschluss durften die Rennreifensportler einen Trabireifen auf die Bahn bringen.

"Die Jahre zuvor haben wir immer ein Floßrennen auf dem Teich veranstaltet. Bei der jüngsten Versammlung haben wir uns nun diesen Wettbewerb ausgedacht. Die Herausforderung ist neu und neu bedeutet spannend", sagte Wegenstedts Wehrleiter Matthias Schulze, der als erster in der Traktorformel 1 beim Kurzstreckenrennen startete. Die Anstrengungen waren den Piloten ins Gesicht geschrieben. Auch Hartmut Sonnenschein gab alles, um seinem Reifen die nötige PS-Stärke zu geben. Unter den Blicken und Zurufen der zahlreichen Zuschauer wuchs der Ehrgeiz der Piloten der Traktorformel 1 ins Unermessliche. Am Ende stand Gerhard Reinecke, der nicht allein mit seiner Kraft, sondern auch mit der Schlauheit von Reineke Fuchs die richtige Technik fand. Reinecke gewann zehn Freibier. Dicht gefolgt von Henning Gericke, der sich über sechs Gläser Gerstensaft freuen konnte. Hartmut Sonnenschein durfte als Drittplatzierter vier Freibiere leeren.

Den Männern gegenüber stand eine junge, ambitionierte Riege von Wegenstedter Damen, denn auch die Frauen stießen gekonnt mit den breiten Reifen und mit voller Wucht die Kegel um. Melanie Gadau schaffte es, mit Frauenpower und im Sprint zum Sieg. Ihr folgten in der Platzierung Anne Sonnenschein und Janine Prietzel. Alle Damen ließen die Korken der gewonnenen Sektflaschen knallen. Und so wurde dieser außergewöhnliche Wettkampf zum Höhepunkt des regionalen Reifensportgeschäfts.

Während die Baustelle, die Ortsdurchfahrt der Landesstraße 24, nur für Ärger sorgt, schien die Misere der nicht enden wollenden Behinderungen für die Festbesucher von großem Vorteil zu sein. Zum einen dienten die Absperrschilder als Begrenzung der Rennpiste und zum anderen zum Schutz der Zuschauer. Die Kinder konnten so gefahrlos rumflitzen, denn es herrscht ja noch immer die Vollsperrung.

Einige Kraftfahrer, die sich trotzdem durch die Baustelle wagten, ernteten böse Blicke.

Freie Bahn hatte so auch der Nachwuchs. Beim Wettlöschen mit der Kübelspritze gewann bei den Acht- bis Elfjährigen Sebastian die glänzende Trophäe. Auf Platz zwei kam Janina und auf den dritten Platz Vanessa und Johanna. Bei den Vier- bis Siebenjährigen erkämpfte sich Henrik den Sieg. Auf den zweiten Platz spritzte sich Lina und auf den dritten Jayden, dicht gefolgt von Louis und Jakob.

 

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