Die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt der Landesstraße (L) 24 in Wegenstedt hat bei der jüngsten Sitzung des Calvörder Gemeinderates für eine emotionsgeladene Diskussion gesorgt. Die Baumaßnahme hat sich verzögert. Die Vollsperrung bleibt aber wegen der Sicherheit der Arbeiter weiter bestehen.

Wegenstedt l Die Ortsdurchfahrt Wegenstedt ist seit dem 15. Oktober 2013 gesperrt. Ursprünglich sollte die Baumaßnahme am 30. Juni 2014 vollendet sein. Die Bauverzögerung entstand, weil eine Trinkwasserleitung erneuert werden musste. Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) berichtete: "Die Tragschicht der Straße ist im Wesentlichen fertig. Nun soll die Deckschicht aufgebracht werden. Danach sind die Nebenanlagen noch zu machen. Die Vollsperrung soll zum Schutz der Arbeitskräfte bestehen bleiben." Es gäbe einen Schutzbeauftragten, der Kontrollen durchführe, ob die arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften auch umgesetzt werden. "Erst Anfang August wird die Straße wieder für den öffentlichen Verkehr freigegeben", sagte Schliephake.

Mit dieser Auskunft wollte sich Gemeinderat Thomas Lange (FWG) nicht zufrieden geben. "Ich werde täglich von den Leuten, die richtig sauer sind, angesprochen. "Der Bauabschnitt bis zur Kreuzung Mannhausen/Velsdorf sollte schon vor zehn Wochen fertig sein. Da passiert einfach nichts. Außerdem sind die ganzen Wege, die als Abkürzung von Mannhausen nach Keindorf genutzt werden, krumm und lahm gefahren. Durch Eickendorf und Kathendorf fahren jetzt 30-Tonner. Und nur weil es an diesem Punkt in Wegenstedt nicht weiter geht", schilderte Lange und ergänzte: "Es betrifft alle, die von Calvörde nach Wolfsburg unterwegs sind."

Aus feuerwehrtechnischer Sicht blickte Ingo Lüer (SPD), Gemeinderat und stellvertretener Leiter der Calvörder Feuerwehr, auf die Baustelle. "Es ist leider so, dass dort kaum rettungsbedingt jemand durch die Straße kommt. Paletten mit Steinen standen mitten auf der Straße. Wir gehören als Feuerwehr Calvörde zum zweiten Abmarsch, wenn etwas passiert. Man sollte dringend nach einer Lösung suchen, damit Rettungskräfte durch die Baustelle kommen", appellierte Lüer. Dem stimmte Robert Becker (CDU) zu. Außerdem forderte er: "Wir müssen als Ziel verfolgen, dass man die Strecke über Velsdorf und Mannhausen durch Wegenstedt nutzen kann."

Schliephake erklärte, dass er auch mit der Situation nicht zufrieden sei. "Wir können aber keine Entscheidungen treffen, sondern nur unser Anliegen an das Bauamt weiterleiten. Die längste Zeit haben wir rum. Es sind doch nur noch ein paar Wochen", so der Bürgermeister.

Ursula Genz, Bauamtsleiterin der Verbandsgemeinde Flechtingen, erklärte: "Ab Montag kommt die Deckschicht drauf. Das heißt, die unmittelbaren Anlieger kommen mit ihren Fahrzeugen nicht mehr auf ihre Grundstücke und nicht runter." Pkw müssen deshalb außerhalb abgestellt werden. Auch eine offizielle Freigabe der Kreuzung Mannhausen gäbe es nicht. "Die Vollsperrung bleibt wegen der Sicherheit der Arbeiter voraussichtlich bis zum 8. August bestehen", betonte die Amtsleiterin.