Weferlingen (aro) l "Danke für dieses volle Haus", begrüßte Hartmut Goetsch vom Gemeindekirchenrat die etwa 200 Gäste in der St.-Lamberti-Kirche. Und dann kam er, der "Spaßmacher Gottes", und nahm ein Bad in der Menge. Mit rhythmischem Klatschen und Rufen "May-bach, May-bach" zog er in die Kirche ein, so wie er sich das gewünscht hatte: "Wir brauchen mehr Mut zum Personenkult!" Ingmar von Maybach-Mengede, Pfarrer und Kabarettist, hatte sofort den richtigen Draht zum Publikum.

Er erzählte aus seiner Zeit als Pfarrer in einem roten Dorf im Odenwald und schlussfolgerte: "Am Evangelium von Jesus Christus kommt niemand links vorbei." Von einem Besuch in Dresden bei der Sixtinischen Madonna zeigte er sich sichtlich beeindruckt, das heißt von ihrer Ähnlichkeit mit Angela Merkel, sie sei die Madonna des Protestantismus. Dazu aber brauchte er Unterstützung aus dem Publikum - zwei Engel. Für sie hatte der Kirchen-Kabarettist sogar Flügel mitgebacht.

Immer wieder griff Maybach zur Gitarre, zum Beispiel beim Predigtlied, das die nächtlichen Nöte eines Pfarrers schildert, dem nichts zur Predigt einfällt. Oder beim Song vom "Pfarrhaus, da wo das Leben tobt." Oder auch bei der "Sache mit dem C" - von christlich bis Commerz. Zielgruppengottesdienst war auch ein Thema für den Kabarettisten. Ohne Pro-bleme wies er nach, dass sogar Seeler und Sparwasser in der Bibel vorkommen. Selbst Khedira, Boateng und Schweinsteiger konnte er in göttlichen Schriften entdecken.

Schauspielerische Fähigkeiten bewies er, als er in die Rolle von Wetter-Interpretin Claudia Kleinert schlüpfte und den Tagesthemen-Strömungsfilm zum Gemeindeglieder-Strömungsfilm umwandelte: Die Strömung möge Niederschlag im Klingelbeutel finden.

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