Die Gegner des Truppenübungsplatzes bei Letzlingen wollen Mitte August wieder gegen das Militär in der Heide protestieren. Bundesweit mobilisieren sie und rufen zur Besetzung des Geländes auf.

Letzlingen l Beschädigte Schilder und blockierte Straßen - Wo sonst Soldaten für den Kriegseinsatz üben, hinterließen Teilnehmer des "War starts here"-Camps (Der Krieg beginnt hier) 2013 ein bisschen Chaos. Rund 60 Straftaten werden den Antimilitaristen auf dem Truppenübungsplatz Altmark zur Last gelegt.

Und auch 2014 rufen die Organisatoren zur Besetzung des Gefechtsübungszentrums auf. "Sobald der Moment reif ist, wird die Aktion starten", teilen die Militärgegner im Internet mit. Vom 17. bis 25. August wollen sie ihr Lager wieder in der Nähe zu dem Militärgelände errichten. Bundesweit versuchen sie, Menschen für den Protest zu gewinnen. In Berlin, Stuttgart, Erfurt, Jena, Magdeburg und Berlin soll es Informationsveranstaltungen geben.

Ob die Mobilisierung in diesem Jahr eine neue Qualität erreicht, dazu äußert sich die Polizei nicht. "Wir bewerten und sammeln noch", sagt ein Pressesprecher.

Die Bundeswehr bereitet sich erneut auf ungeladene Gäste auf dem Truppenübungsplatz vor. Presseoffizier Thomas Herzog weist auf die Gefahren hin. Alte Munition kann auf dem Platz liegen. Zudem müssen Unbefugte kontrolliert werden und können von Wachleuten, Soldaten oder Polizisten festgenommen werden.

Vor allem das "Schottern" bereite ihm Sorgen. So seien in den Jahren 2012 und 2013 Gleisbetten ausgehöhlt worden. "Transporte, welche diese Stelle passiert hätten, wären mit aller Wahrscheinlichkeit entweder entgleist oder umgestürzt", so Herzog.

Dem Altmarkkreis liege noch kein Antrag der Initiatoren des Camps vor, sagte Dezernent Hans Thiele. Im Vorjahr mussten die Teilnehmer einen bestimmten Abstand zum Gelände halten. Die Auflagen des Oberverwaltungsgerichtes seien eindeutig. "Bis auf 100 Meter ran und keinen Schritt weiter", so Thiele.

Bei Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs herrscht Unverständnis. "Warum müssen wir das hier ertragen, wenn die mit Gott und der Welt nicht im Reinen sind. Schade, wenn Leute ihr Mütchen in fremden Regionen abkühlen müssen und dürfen", sagt er.

Die Militärgegner sehen sich zu Unrecht verfolgt und an den Pranger gestellt. "Unser Handeln ist legitim und notwendig, weil Krieg, Rüstung und Kampfeinsätze der Bundeswehr nur zu Tod, Leid und Elend führen, niemals aber zu einer Lösung von Konflikten", schrieben sie auf ihrer Internetseite.

Gerade erst hatten Gegner des Gefechtsübungszentrums einen Teppich aus Konfetti im Becken des Freibades in Potzehne verteilt und Parolen im Bad gesprüht, das auch von Soldaten der Bundeswehr zum Training genutzt wird. Außerdem könnte dies eine Racheaktion sein, wie Fuchs mutmaßt. Denn offenbar habe es von Privatleuten keine Zusage wie in den vergangenen zwei Jahren gegeben, das Camp bei Potzehne einzurichten.

Parallel zu den Protesten war es 2013 zu einem Brandanschlag auf Militärfahrzeuge in Havelberg gekommen. 16 Fahrzeuge der Panzerpioniere gingen in Flammen auf, Schaden: zirka zehn Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft untersuchte auch Spuren, die ins Camp führten. Zu den Ergebnissen wollte sich Staatsanwaltssprecher Thomas Kramer nicht äußern und verwies auf das laufende Verfahren.