England mal von innen erleben. Für sechs Tage fuhren die Neuntklässler von der Niederndodeleber Wartbergschule auf die Insel, lebten bei Gastfamilien, besuchten Berühmtheiten und räumten auch mit einigen Klischees von den Engländern auf.

Niederndodeleben l Ein Klischee war sechs Tage lang passé: Kein englischer Nebel, sondern freundliches Frühsommerwetter begleitete die Wartbergschüler auf der Insel.

Zum 14. Mal begaben sich die neunten Klassen auf große Englandfahrt. Land und Leute kennen lernen, sich in englisch unterhalten und berühmte Plätze und Sehenswürdigkeit hautnah erleben: Das hat gute Tradition an der Wartberg-Sekundarschule.

Das berühmte Eton-Elite-College mit Schülern in Frack und weißem Hemd haben die Niederndodeleber Neuntklässler gesehen, sind von dort in das nur wenige Minuten entfernte Windsor, dem Stammsitz der englischen Königsfamilie, spaziert und haben sogar die Kutsche der Queen gesehen.

Begeistert waren die Reisenden aus der Börde von ihren Gastfamilien im südenglischen Radstock. Ob Linda, Laura, Marie oder Tia, alle schwärmten von der herzlichen Atmosphäre ihrer Gastgeber, von "netten, kleinen, gemütlichen Häuschen", in denen sie zu zweit oder zu dritt untergebracht waren. "Unsere Gastfamilie war sehr offen und freundlich. Und das lag nicht nur daran, dass der Vater 16 Jahre lang in Deutschland gelebt hat", erzählte Linda.

"Meine Gastmutter war supernett, hat mich frühmorgens liebevoll mehrfach geweckt, hat uns Tipps zum Shoppen gegeben und schon am Morgen über das Wetter informiert", erzählte Laura. Nele war überrascht, als ihre Gastmutter sie in Schlafanzug und Bademantel zum Treffpunkt brachte: "Das würde wohl in Deutschland niemand tun, aber ich fand es lustig."

Tia war angetan von der Freude ihrer Gastfamilie über das aus der Börde mitgebrachte Gastgeschenk. " Ich habe auch ein Geschenk bekommen. Es war richtig schön." Selbst das Essen war besser als erwartet. Lehrerin und Organisatorin Sabine Herrmann hatte ihre Eleven sensibel auf den englischen Geschmack vorbereitet. Doch es wurde besser als befürchtet.

Keine Probleme mit der englischen Küche

"Bei uns gab es das Continental Breakfast, also Toast mit Butter und Marmelade. Es war okay", berichtete Timon. Auch andere erzählten von guter, auch hausgemachter Kost - ganz ohne die befürchteten Tiefkühlmahlzeiten. Gewöhnungsbedürftig für alle war hingegen, dass Wasser auf der Insel in der Regel ohne Kohlensäure getrunken wird. "Ich habe sogar eine Flasche mit gefrorenem Wasser mit zu den Ausflügen bekommen", erzählte Tom.

Tolles Shoppen und Probleme mit Linksverkehr

Besucht haben die Niederndodeleber die walisische Hafenstadt Cardiff, das Freilichtmuseum "Museum of Welsh Life" und das Wissenschaftsmuseum "Techniquest". Sie haben Bath und Bristol mit ihren historischen Sehenswürdigkeiten, allen voran das erste englische hochseetaugliche Dampfschiff "SS Great Britain", kennengelernt. Sie haben London mit seinen weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie Buckingham Palace, der Tower Bridge, dem Riesenrad "London Eye" und natürlich Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett gesehen.

"Im Gegensatz zur entspannten Atmosphäre in Radstock war London doch sehr hektisch. Ein Riesentrubel, aber auch irgendwie cool", erinnerte sich Pauline. "Bis auf den Linksverkehr. Das war schon ein seltsames Gefühl, ich dachte immer, im nächsten Moment passiert ein Unfall - sehr gewöhnungsbedürftig war das", erklärte Linda.

Vor allem die Mädels waren begeistert von den Shopping-Möglichkeiten in England und ganz besonders in London. Eines aber ist allen aufgefallen: "In England stellt man sich nicht an eine Kasse, sondern an eine Schlange an, von der aus die frei werdenden Kassen dann angesteuert werden." Das Gefühl beim Einkaufen, in der falschen, langsamsten Schlange zu stehen, kommt somit gar nicht erst auf.