Uhrsleben l Einen Großeinsatz für die Feuerwehren Calvörde, Eimersleben, Erxleben, Ostingersleben und Uhrsleben hat Freitagmorgen ein leckgeschlagener Behälter mit flüssigem Eisen(II)-chlorid auf dem Hof einer Spedition in Uhrsleben ausgelöst.

Auch der Chemische Zug des Landkreises (Abc-Fachdienst) rückte nach einer Ersterkundung durch die Kameraden der Uhrsleber Feuerwehr an, um mit spezieller Ausrüstung an Schutzkleidung und Gerätschaften vorgehen zu können.

"Wir konnten anhand der Ladungspapiere feststellen, dass es sich um eine hochgiftige und ätzende Flüssigkeit handelt und haben deshalb sofort den Abc-Zug hinzugerufen", sagte Christoph Karschunke, stellvertretender Feuerwehrchef der Uhrsleber Wehr.

Der Fahrer des Lkw hatte mehrere verschiedene Stoffe geladen. Er hatte gegen 5.50 Uhr die Beschädigung an dem 1000-Liter-Behälter nach einem Rangiermanöver bemerkt und daraufhin Alarm geschlagen. Schwierig war es zunächst, an den beschädigten Behälter ranzukommen, da er im hinteren Bereich des Lkw verstaut worden war.

Die Ursache für das Leck blieb zunächst unklar, denn die Ladung war im Fahrzeug ordnungsgemäß gesichert, wie Gemeindewehrleiter Friedbert Kloß von der Verbandsgemeinde Flechtingen informierte.

"Wir warten jetzt auf einen neuen Spezialbehälter, der von einer speziellen Firma geliefert werden muss", erklärte er am späten Vormittag. Geschätzt wurde, dass von den 1000 Litern im Behälter zwischen 70 und 100 Liter ausgetreten waren.

Die Flüssigkeit wurde mit einem Spezialbindemittel versetzt und unter voller Schutzkleidung durch 35 Atemschutzgeräteträger, die im Wechsel zum Einsatz kamen, aufgenommen und in geeigneten Behältnissen verstaut. Wegen der heißen Temperaturen, die in den Schutzkleidungen noch stärker wirkten, wurde spätestens alle halbe Stunde der Angriffstrupp ausgetauscht. Auch mussten die Sauerstoffflaschen dann getauscht werden.

Eisenchlorid ist sowohl für das Grundwasser gefährlich als auch für den Menschen. Kontakt mit der Haut muss ebenso vermieden werden wie das Eindringen der Dämpfe in die Atemwege. Darum konnten von den 63 Einsatzkräften vor Ort lediglich die 35 Atemschutzgeräteträger direkt bei der Aufnahme des Stoffes aktiv werden. Selbst der Fahrer des Gabelstaplers, der die Ladung vom Lkw holte, wurde vollständig mit einer Schutzmontur ausgestattet.

Personen kamen bei dem Gefahrgutunfall nicht zu Schaden. Für die Uhrsleber Einwohner bestand aufgrund günstiger Windverhältnisse keine Gefahr. Am Nachmittag konnte Entwarnung gegeben werden.

Eisenchlorid ist hoch gesundheitsschädlich, reizt die Haut und die Augen. Unter anderem zum Einsatz kommt der chemische Stoff in der Abwasserreinigung, der Medizin und im Textildruck.

 

Bilder