Vor 60 Jahren waren es sechs Männer und zwei Frauen, die die Schalmeienkapelle Flechtingen gründeten. Seither ist die Formation aus dem kulturellen Leben Flechtingens nicht mehr wegzudenken.

Flechtingen l Acht Musikfreunde fanden sich im August 1954 zusammen und gründeten die Flechtinger Schalmeienkapelle. Seitdem ist viel Wasser die Spetze entlanggeflossen, aber die Musiker sind geblieben, haben sich sowohl musikalisch als auch zahlenmäßig weiter entwickelt und mit ihrer Musik vielen Zuschauern Freude bereitet.

Nicht anders zu ihrer Geburtstagsparty. An der Flechtinger Schloss- und Wassermühle hatten sich die Jubilare sieben befreundete Gastkapellen eingeladen, die musikalische Glückwünsche überbrachten und damit einen Nachmittag lang für Stimmung sorgten. Um das leibliche Wohl und darum, dass genügend Tische und Bänke sowie Sonnenschirme zur Verfügung standen, kümmerte sich der Heimat- und Mühlenverein Flechtingen.

Bevor es überhaupt richtig losging, erfreute die Blaskapelle aus Altenhausen gut eine Stunde lang die Bewohner vom benachbarten "Schlossgarten", die bei vielen altbekannten Weisen begeistert mitschunkelten und mitsangen.

Die Original Zackelberger aus Neuenhofe hatten unterdessen die Bühne an der Mühle erobert und spielten dort zum Platzkonzert.

Die Gäste aus Erxleben, Groß Ammensleben, Wassendorf, Angern und Bismark sowie die Gastgeber lockten unterdessen mit einem sternförmig zur Mühle führenden Marsch durch Flechtingen dafür, dass auch der letzte Einwohner erfuhr, dass etwas los ist.

Nach dem Umzug nahmen alle Musikanten gemeinsam Aufstellung, und Schalmeienkapellen-Leiter Gebhard Thiele war beim Dirigieren in seinem Element. "`Wir werden heute 60, aber ich noch lange nicht", scherzte ein gut aufgelegter Kapellenchef zur Begrüßung in Anspielung auf sein eigenes Alter. Er konnte zahlreiche Präsente und Glückwünsche seiner musikalischen Gäste entgegennehmen.

Die Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr Wassendorf durfte als erste der Marschkapellen musizieren, denn sie mussten sich zügig verabschieden und zum nächsten Festumzug in Oebisfelde eilen.

Dann gaben auch die anderen Formationen Einblick in ihr vielfältiges Repertoire, während die Zuschauer Schutz vor der Sonne unter den zahlreichen bunten Schirmen suchten oder sich mit einem kühlen Getränk, Kaffee und Kuchen erfrischten.

Spielten die Flechtinger Schalmeien zu Beginn ihrer Gründungszeit seit 1954 mit zwei Frauen und sechs Männern, wuchs ihre Zahl schnell auf 25, zeitweise sogar auf über 30 Mitglieder. Parallel dazu wuchs auch das musikalische Repertoire aus Volks-, Stimmungs- und Marschliedern. Heute fehlt es den Schalmeien etwas an Nachwuchs, doch die Freude am Musizieren ist ihnen geblieben.

Zahlreiche feste Termine stehen alljährlich im Kalender, wo die Schalmeienkapelle manchmal schon ein Jahr im voraus gebucht werden muss. Dazu kommen ihre eigenen Veranstaltungen, Familien- und Betriebsfeste.

 

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