Mehr als eine Woche lang hat Rottmersleben gefeiert: Einerseits die Erst- erwähnung vor 1050 Jahren, zudem aber auch das 200-jährige Bestehen des Landwehr- und Schützenvereins, den 85. Geburtstag der Feuerwehr und den 60. Geburtstag des Sportvereins. Klar, dass alle auch im Festumzug Verbundenheit zeigten.

Rottmersleben l Der Festumzug nach der Schützenkönigsproklamation avancierte zu einem der Höhepunkte im Geschehen einer bunten Festwoche. Zahlreiche Prominenz aus der Politik wollte es sich folglich auch nicht nehmen lassen, ihre Glückwünsche zu den Jubiläen, die gleichzeitig gefeiert wurden, zu überbringen. "Ich wünsche alles Gute für die Zukunft, Verbundenheit zum Ort, zu den Menschen hier und zu den Vereinen", brachte es Landrat Hans Walker auf den Punkt.

Auch die Bürgermeisterin der Hohen Börde, Steffi Trittel, spürte diese Verbundenheit in Rottmersleben. Sie nannte es "Feierstimmung" und dankte allen, die sich in dieses Fest eingebracht hatten. "Helden sind alle die, die Geburtstag haben", machte sie klar und meinte damit alle Rottmersleber, denn auch die Ortschaft zählte zu den Geburtstagskindern.

Der Landwehr- und Schützenverein nutzte das Fest, bei dem auch 200 Jahre Geschichte dieses Vereins gefeiert wurden, um an alljährliche Traditionen anzuknüpfen und sein Königspaar zu proklamieren. Doch etwas war neu: Während in den Vorjahren der fallende Adler den König bestimmte, wurde in diesem Jahr beim Königsschießen auf Ringe geschossen. Das Ergebnis blieb bis zur Proklamation geheim, nur die Schiedsrichter Ulrich Karpe (Eichenbarleben) und Dieter Montag (Barleben) kannten es. "Selbst ich weiß es nicht, ich kann ja auch Schützenkönig geworden sein", sagte der Vereinsvorsitzende Bernd Wolff.

Doch letztlich gab es andere aus seinem Verein, die ein ruhigeres Händchen bewiesen hatten. Besonders bei den Männern war die "10" von Bedeutung. Der Schützenkönig musste dreimal ins "Schwarze" treffen, um seine Vereinskameraden auf die nachfolgenden Ränge zu verweisen. Das gelang Jens Hoffmann. Der Zweitplatzierte Nico Eggeling erzielte mit 29 Ringen genauso viele Ringe wie seine Ehefrau Marika, die sich nun Schützenkönigin nennen kann. Auf den dritten Platz bei den Männern kam Detlef Hellwig (28 Ringe), bei den Frauen folgten auf den Rängen Cornelia Wolff (27 Ringe) und Melanie Kramer (23 Ringe).

Für die Schützenkönigswürde hat es bei Bernd Wolff diesmal nicht gereicht, doch gab es für ihn eine ganz besondere Überraschung, die ihm kurzzeitig sogar die Sprache verschlug. Landrat Hans Walker überreichte ihm die Sportlerehrengabe des Landrates für sein Engagement im Schützenverein.

Geehrt und proklamiert konnte es auf eine große Runde durchs Dorf gehen. Mit dabei waren nicht nur die Rottmersleber Vereine, die Kita-Knirpse, die Grundschulkinder, Gäste aus den Partnergemeinden Soulaines sur Aubance (Frankreich) sowie Raßberg (Bayern) und die Politikprominenz, sondern auch zahlreiche Schützenvereine und Feuerwehren aus der Umgebung.

Für den richtigen Ton sorgten die Blaskapelle aus Hauzenberg (Bayern) und die Schalmeienkapelle aus Flechtingen. Im Festzelt wurde noch bis in die späten Abendstunden weitergefeiert.

   

Bilder