Die ersten elf Tonnen Sand wurden am Sonnabend in den Weferlinger Quarzwerken auf die Schiene verladen. Verkehrsminister Thomas Webel weihte die neue Verladeanlage ein. Hunderte Besucher kamen mit dem historischen Triebwagen "Anton" ins Werk.

Weferlingen/Walbeck l Ausnahmezustand am Schwarzen Weg zwischen Weferlingen und Walbeck: Trotz eines Pendelangebotes mit dem historischen Triebwagen "Anton" der Lappwaldbahn vom Weferlinger Bahnhof zum Tag der offenen Tür in die Quarzwerke waren die vorbereiteten Parkplätze auf dem Gelände und davor nach einer Stunde nahezu ausgebucht.

Der Tag wurde geschickt gewählt, denn parallel zum Besuchstag weihten die Quarzwerke ihre Schienenverladung für Feuchtsand ein. Landes-Verkehrsminister Thomas Webel kam mit dem Triebwagen zum Ereignis und drückte den grünen Knopf, der die Anlage in Betrieb setzte. 650000 Euro hatte das Unternehmen in die Anlage investiert, mehr als 200000 Euro davon kamen als Fördermittel vom Land Sachsen-Anhalt, sagte Robert Lindemann-Berk, geschäftsführender Gesellschafter. "Die Anlage wird sich sicher im ersten Jahr nicht rechnen, aber hier haben wir in die Zukunft investiert", sagte er. Die Tonnage-Leistung der Anlage ist nicht begrenzt, das Werk liefert per Schiene auf Nachfrage seiner Kunden.

"Die Schiene ist für uns ein wichtiges Verkehrsmittel, aber den Transport können wir als Land nicht allein leisten", sagte der Landesminister. Dafür brauche es starke Partner wie die Lappwaldbahn, würdigte er. Jede Tonne, die von der Straße kommt und diese entlastet, komme den Menschen entgegen, die sich nach aktuellen Erhebungen zu 50 Prozent von der Straße entlastet fühlen. Lediglich 19 Prozent des Transport werden aktuell in Sachsen-Anhalt auf der Schiene abgewickelt. Nicht viel, aber damit liege das Land deutschlandweit auf Platz 5, betonte Thomas Webel.

Als Verkehrsminister stand es Thomas Webel zu, den ersten Zug symbolisch durch das Erheben einer Bahnkelle abfahren zu lassen. Weit kam der Güterzug mit der Lok der Lappwaldbahn allerdings nicht, denn der Triebwagen im Pendelverkehr blockierte am Sonnabend die eingleisige Strecke.

Spontanen Applaus löste die Einladung von Robert Lindemann-Berk aus, bei den Imbiss- und Geträneangeboten ordentlich zuzulangen, da sämtliche Einnahmen des Tages gespendet würden. Wer etwas essen oder trinken wollte, konnte an einem Stand Chips käuflich erwerben, die dann gegen die Lebensmittel und Getränke eingetauscht werden konnten. Die Einnahmen fließen an die Junior-Ranger im Naturpark Drömling, an den Schulsanitätsdienst des Roten Kreuzes und die Pfadfinder aus Behnsdorf.

Nachgefragt waren stets die Führungen und Grubenfahrten auf dem Gelände.

Ein echtes Paradies fanden die jüngsten Besucher zum Tag der offenen Tür vor. Mit Bungee-Trampolin, Hüpfburg und einem riesigen Berg schneeweißen Sandes voller Goldnuggets hatten sie nahezu den ganzen Tag Beschäftigung, während sich ihre Eltern und Großeltern in Strandkörben und auf Liegestühlen aalen konnten.

Die Sorgen der Walbecker um die Zukunft des Grubenabbaus rings um ihr Dorf blieben an diesem Tag ungehört. "Wenn das so weiter geht, bleibt in 50 Jahren von Walbeck nichts mehr übrig", meinte Ortsbürgermeister Martin Herrmann. Sein Ortsrat hatte erst kürzlich eine Bürgerversammlung zur geplanten Grube 8 initiiert, die von vielen Einwohnern und Nachbarn genutzt wurde, um das Abbaugebaren zu hinterfragen.

   

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