Für die Evangelische Sekundarschule Haldensleben auf dem Süplinger Berg wurde gestern Richtfest gefeiert. Das Gebäude aus DDR-Zeit wird für rund 4,7 Millionen Euro komplett saniert und soll sich nach seiner Fertigstellung energetisch fast allein versorgen können.

Haldensleben l Die wohl beste Nachricht zum Richtfest der Evangelischen Sekundarschule Haldensleben brachte gestern Jörg Felgner mit nach Haldensleben. "Ich wünsche mir, dass das Projekt pünktlich abgeschlossen wird. Aber lassen Sie sich nicht hetzen: Sie haben jetzt bis Februar 2015 Zeit", verkündete der Staats- sekretär im Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt die Entscheidung, dass die Bauzeit verlängert werde. Ursprünglich sollte die Sanierung des DDR-Baus spätestens im Herbst abgeschlossen sein - ein Zeitplan, der von vornherein nur sehr schwer einzuhalten gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz stellte Felgner einmal mehr heraus, dass es sich bei dem Bauvorhaben nicht um irgendeine Schulsanierung handele, sondern um "ein Leuchtturmprojekt, mit dem das Förderprogramm Stark III mustergültig umgesetzt wird".

Dem konnte sich Marko Mühlstein, der Geschäftsführer der Landes-Energie-Agentur, nur anschließen: "Es wird eine ganz besondere Schule werden, eine, die kaum noch Energie verbrauchen wird und sich fast komplett allein versorgt. Hier kann direkt an der Schule gelernt werden, was Energiesparen bedeutet."

Davon geht auch Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler (CDU) aus. Als "Bauherr" der benachbarten Grundschule "Erich Kästner", die derzeit ebenfalls energetisch saniert wird, ist er schon auf die Unterschiede in Sachen Energieverbrauch gespannt. Auch wenn die Kästnerschule ebenfalls zu einem sogenannten Energie- effizienzhaus umgebaut werde, an das Einsparpotenzial der Evangelischen Sekundarschule wird sie wohl nicht herankommen. "Wir stehen ein bisschen im Wettbewerb", meinte Eichler, bezog sich damit aber mehr auf die Bauzeit: "Mal sehen, wer als erster fertig wird." Für ihn stehe aber fest, dass beide Schule nach ihrer Sanierung das Image des Wohngebiets Süplinger Berg weiter aufpolieren werden.

Uwe Jauch, Superintendent des Kirchenkreises Haldens- leben-Wolmirstedt, sprach sogar von einem "Flaggschiff", das die Johannes-Schulstiftung als Träger der Schule in Haldensleben errichtet. "Aber selbst ein Flaggschiff ist nichts ohne seine Besatzung und seine Passagiere", gab er zu bedenken und wünschte der Schule, dass "Weisheit und Einsicht als guter Geist hier Einzug halten".

Stolz auf das Projekt ist auch der Schulträger. Michael Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Johannes-Schulstiftung, zeigte sich überzeugt, dass "wir hier eine wegweisende Schule haben", die schon von ihrer energetischen Ausrichtung her vieles daran setzt, "in ihrem Umgang mit der Natur Gottes Schöpfung zu bewahren".

Zwar lässt die eingerüstete Hülle der Schule noch nicht viel von der hochmodernen energetischen Ausstattung erkennen, über die sie später verfügen soll. Doch zumindest gibt es unter den Schülern ganz konkrete Vorstellungen, wie sie sich ihre "neue" Schule wünschen. Umweltfreundlicher, elektronischer und bunter soll sie werden, mit bequemen Stühlen und mehr Schattenplätzen, mit W-Lan, wunderschönen Klassenräumen und netten Lehrern. All diese Wünsche brachte Gustav aus der 5. Klasse auf den Punkt: "Ich wünsche mir eine coole, freundliche und helle Schule."

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