Mit ihrem Projekt "Friedensbotschafter 2014" haben die Schüler des Haldensleber Professor-Friedrich-Förster-Gymnasiums bei der Aktion "Ideen machen Schule" von Volksstimme und psd-Bank einen Preis gewonnen. Ein ganzes Schuljahr lang beschäftigten sie sich mit Krieg und Frieden.

Haldensleben l Es begann ganz klein und ist nun ein ganz großes Ding geworden - das Projekt "Friedensbotschafter 2014" am Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium. "Bei einem Workshop zum Thema Toleranz haben wir überlegt, wie wir dieses Thema weiter umsetzen können", blickt Hanna Dorendorf auf den Schuljahres- beginn zurück. Der ent- sprechende Wink dazu kam von Lehrer Hans-Christian Buhtz. "Er hatte den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100Jahren ins Spiel gebracht, und wir als Schüler- rat haben daraus ein Projekt ent- wickelt, das sich mit Krieg und Frieden beschäftigt", erklärt Anna Schäfer.

Jede Klasse brachte sich dazu ein. "Eine hatte eine Flüchtlingsfamilie in die Schule eingeladen, eine andere beschäftigte sich mit der Problematik im Nahen Osten und der Opa eines Mitschülers berichtete in einer Klasse von seinen Kriegserlebnissen", nennt Lisa-Marie Schumann einige Beispiele, wie sich die Schüler mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Begleitet wurde das Projekt zudem von einem Schul-Kamerateam.

"Es sollte schon ein Projekt für die ganze Schule werden", ergänzt Hanna Dorendorf. Und so ist es auch gekommen. Mindestens jeder Schüler sollte einen Papier-Kranich basteln, so wie es Sadako Sasaki, ein Opfer des Atombombem-Abwurfs auf Hiroshima, einst tat. "Nach einer alten japanischen Legende bekommt derjenige, der 1000 Origami-Kraniche faltet, von den Göttern einen Wunsch erfüllt", erzählt Lisa-Marie. Weit mehr als 1000 Kraniche haben die Schüler gefaltet. Sie sollen im Lichthof der Schule aufgehängt werden.

Ebenfalls zu einem klassenübergreifenden Projekt hat sich eine Geschenkaktion entwickelt. Denn die Gymnasiasten spenden mehr als 200 Päckchen für Flüchtlingsfamilien, die in Haldensleben vorübergehend ein neues Zuhause finden sollen. Zur gestrigen Abschlussveranstaltung des Projekts haben sie bereits einige an zwei syrische Flüchtlingsfamilien, die extra dazu ins Gymnasium eingeladen wurden, übergeben. "Ich bin überwältigt von dieser Aktion. Das ist etwas ganz besonderes", bedankt sich Daniel Görges, Sachgebietsleiter Ausländerwesen in der Kreisverwaltung, für das Engagement der Schüler. "In den Nachrichten hören wir tagtäglich immer von Krieg. Aber ihr setzt hier ein Zeichen für den Frieden", macht er deutlich.

Schulleiterin Sylvia Bolle erinnert ihre Schüler zudem daran, wie privilegiert die Deutschen heutzutage doch seien. "Wir leben seit 69 Jahren in Frieden und nehmen das als selbstverständlich hin. Doch ihr seid euch in diesem Schuljahr bewusst geworden, dass er eben nicht selbstverständlich ist. Es hängt immer von den Menschen ab", sagt sie. "Frieden fängt immer in der kleinsten Gemeinschaft an, in der Familie oder im Freundeskreis."

Mit dem Projekt "Friedensbotschafter 2014" hatte sich der Schülerrat auch am Wettbewerb "Ideen machen Schule", der von der Volksstimme und der psd-Bank initiiert wird, teilgenommen. Mit Erfolg, wie Lisa-Marie Schumann ihren Mitschüler berichtet. "Wir haben dafür ein Preisgeld von 1800 Euro bekommen", verkündet sie stolz.

 

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